14. European Meat Forum diskutiert Tierschutz

Dienstag, 04. Dezember 2012

Das European Meat Forum des Internationalen Metzgermeister-Verbands beschäftigte sich dieses Mal mit den neuesten Erkenntnissen über Betäubungsmethoden und die Anforderungen der neuen EU-Tierschutz-Schlachtverordnung.

Mit der ab 2013 geltenden EU-Verordnung zum Tierschutz beim Schlachten kommen weitere Anforderungen auf Europas Fleischer zu. Bei seinem 14. European Meat Forum in Brüssel lotete der Internationale Metzgermeister-Verband (IMV) bei Wissenschaft und Politik aus, was auf die Handwerksmetzger genau zukommt.

In seinem Eingangsstatement formulierte IMV-Präsident Jean-Marie Oswald die grundsätzliche Haltung des Fleischerhandwerks zum Thema Tierwohl. Dieses sei sowohl für den Verbraucher als auch für die Lebensmittelwirtschaft und damit letztlich für das Fleischerhandwerk von höchster Priorität. Und so setze sich der IMV als europäische Dachorganisation schon immer dafür ein, dass die hohen Standards kontinuierlich und EU-weit an neue wissenschaftliche Erkenntnisse und gesellschaftspolitische Erwartungen angepasst werden.

Jedem schlachtenden Metzger sei es ein innerer Anspruch, die Tiere von jedem vermeidbaren Schmerz, Stress und Leid zu verschonen. Die kurzen Wege und Transportzeiten zwischen Landwirt und Schlachthaus trügen bereits erheblich dazu bei, den Stress bei Schweinen und Rindern zu minimieren. Daher sei auch die Struktur regionaler Schlachthöfe unbedingt zu erhalten, forderte der Luxemburger – im Interesse der Tiere als auch des Verbrauchers und seinen Erwartungen an Tierwohl und die Fleischqualität. Die rechtlichen Rahmenbedingungen müssten so formuliert sein, dass es sich Europas Fleischer auch künftig noch leisten können selbst zu schlachten, forderte der IMV-Präsident.


Die Handwerksmetzger seien sich ihrer hohen Verantwortung gegenüber dem Nutztier sehr bewusst, machte Oswald vor Parlamentariern, Kommissionsbeamten und Lobbyisten klar. Das lebten sie nicht nur in Leitbildern, sondern Tag für Tag durch qualifizierten, artgerechten und respektvollen Umgang mit dem Schlachtvieh. Dieses verantwortungsvolle Handeln sei zugleich die Basis für ein wichtiges Folgeziel: das Herstellen von sicheren, genussvollen Lebensmitteln höchster Qualität.

Lesen Sie mehr zu

- Keine Frage der Strecke
- Groß nicht besser als die Kleinen
- Erfahrung allein zählt nicht

in afz-allgemeine fleischer zeitung 49/2012 auf Seite 6

Dieser Artikel ist auch in englischer Sprache verfügbar:

"European Meat Forum discusses New EU Animal Welfare"
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