2011 legten Azubi-Gehälter zu - Perspektive und Image entscheiden

Dienstag, 15. Mai 2012

Während die Azubi-Vergütungen 2011 stiegen, sind im Fleischerhandwerk wenig neue Lehrverträge abgeschlossen worden. 708 Euro brutto im Monat verdienten sie durchschnittlich im Westen und 642 Euro im Osten Deutschlands. Fleischerlehrlinge erhalten 573 (West) beziehungsweise 357 (Ost) Euro, weist die Statistik des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Bonn aus.

Das BBIB hat dazu die tariflichen Vergütungen aus 185 Berufen in West- und 150 in Ostdeutschland ausgewertet. In diesen Gewerben lernen 89 Prozent aller Auszubildenden. Die Berufe im Fleischerhandwerk liegen deutlich darunter: Auszubildende zum Fleischer verdienen in westdeutschen Bundesländern durchschnittlich 573 Euro. Der Osttarif liegt mit durchschnittlich 357 Euro noch einmal deutlich niedriger. Insgesamt hat sich das Tarifgefälle zwischen Ost und West weiter verringert, nicht so jedoch in den Fleischerberufen.

Die Ausbildungstarife fallen sehr unterschiedlich aus: Im Westen verdienen Fleischerazubis im Handwerk im ersten Lehrjahr 471 Euro. Industrie und Handel zahlen 560 Euro. Im Osten wird ein Einheitstarif von 286 Euro vergütet. Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk werden im Westen mit 413 Euro und in den neuen Ländern mit 357 Euro entlohnt. In dieser Vergütungsstufe stehen die Berufe im Fleischerhandwerk im Wettbewerb mit Dachdeckern, Elektronikern und Anlagenmechanikern. Weit darunter liegen die Tarife im Friseur- (West: 366 Euro, Ost: 214 Euro) und Bäckerhandwerk (West: 400 Euro, Ost: 380 Euro).

Die Attraktivität der Lehrberufe misst sich nicht allein an der Vergütung. Im Ranking der Top zehn nach der Anzahl der abgeschlossenen Lehrverträge sind auch Handwerke mit unterdurchschnittlicher Vergütung platziert. Ebenso fällt auf, dass im Verhältnis zu ihrer Branchengröße, gemessen an der Betriebsanzahl, auch kleinere Handwerksgruppen wie Konditoren überdurchschnittlich viele Nachwuchskräfte für einen Lehrvertrag gewinnen können. In diesem Beruf bieten sich später zusätzliche Perspektiven in Gastronomie und Hotellerie. So können die 3.012 Betriebe im Konditorenhandwerk mit 2.018 abgeschlossenen Ausbildungsverträgen auf eine extrem hohe Ausbildungsquote verweisen.

Im Gegensatz dazu sind im Fleischerhandwerk rund 4.000 Ausbildungsplätze nicht besetzt, hieß es noch im März im Umfeld der Internationalen Handwerksmesse. In der Berufswahl richten sich demzufolge junge Menschen nicht nur nach der Vergütung, sondern auch nach Ansehen und Image eines Berufs sowie den Perspektiven. Über Tops und Flops von Azubi-Gehältern beeinflusst das Ausbildungsportal azubister.net Meinungen junger Nachwuchskräfte im Internet.
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