Ausbildungsvergütung Wenn Azubis mehr verdienen

Mittwoch, 08. August 2018
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Ausbildungsvergütung Mindestlohn


Der „Mindestlohn für Auszubildende“ würde vor allem kleine Betriebe treffen und die im Osten Deutschlands. Eine Modellrechnung des BiBB zeigt die Auswirkungen.

Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung sieht die Einführung einer Mindest-Ausbildungsvergütung (MAV) zum 1. Januar 2020 vor. Details hierzu gibt es bislang keine. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) hat aber schon mal einige Modellrechnungen angestellt. Das Fazit: Handwerksbetriebe, kleine Unternehmen mit bis zu neun Beschäftigten und Firmen in Ostdeutschland wären von solch einer Mindestvergütung besonders betroffen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat bereits Vorschläge für die Berechnung der MAV gemacht. Sie solle sich nach dem Gesamtdurchschnitt der tariflichen Ausbildungsvergütungen richten und für alle Azubis gleichermaßen gelten.

Derzeit gilt die Regelung, dass die Vergütung in nicht-tarifgebundenen Unternehmen den Tariflohn nicht um mehr als 20 Prozent unterschreiten darf. Und so schlägt der DGB vor, die MAV auf 80 Prozent der durchschnittlichen tariflichen Ausbildungsvergütung festzulegen.

Auf Basis der Daten für das Jahr 2017 ergibt sich eine MAV von 635 Euro im ersten, 696 Euro im zweiten und 768 Euro im dritten Lehrjahr. Ein Blick auf die Tarifverträge im Fleischerhandwerk zeigt, dass in diesem Fall einige Bundesländer aufstocken müssten. Das BiBB rät zugleich, auch die Risiken einer MAV nicht aus dem Blick zu verlieren. Aufgrund höherer Ausbildungskosten könnten sich einige Unternehmen aus der Ausbildung verabschieden. Gleichzeitig wären bessere Vergütungen ein attraktiver Anreiz für junge Leute, eine berufliche Ausbildung zu starten. Da könnte die Nachfrage zum Teil das Angebot überschreiten.

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