Brexit Dänen sehen sich gut gerüstet

Dienstag, 29. Oktober 2019
Für DC sind die Folgen des Brexitsuntrennbar mit dem Kurs des Pfunds verbunden.
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Für DC sind die Folgen des Brexitsuntrennbar mit dem Kurs des Pfunds verbunden.

Danish Crown sieht sich für den Brexit - egal, wann und wie er denn kommt - gut gerüstet. Allerdings sei es quasi unmöglich, die wirtschaftlichen Folgen weder des geregelten noch des ungeordneten Austritts Großbritanniens aus der EU vorherzusagen, gibt der dänische Schlachtkonzern zu bedenken. Vieles hänge auch vom Kurs des Britischen Pfunds ab.
Das Unternehmen zeigt sich in einer Medienmitteilung überzeugt, dass man auch für ein No-Deal-Szenario gut vorbereitet ist. Dabei stützt sich der Konzern mit Sitz im dänischen Randers auf seine Erfahrungen in Japan und China. Beide Länder erforderten ebenfalls einen hohen Verwaltungsaufwand. Außerdem habe man sich schon einen Überblick verschafft, welche logistischen Herausforderungen der Brexit mit sich bringen könnte. Damit könne man im Fall der Fälle schnell reagieren.

In einem Blog-Post auf der Webseite von Danish Crown kommentiert Global Sales Director Lars Albertson die Situation ausführlich: "Großbritannien importiert zwischen 30 und 40 Prozent des verzehrten Fleischs, so dass es weiter große Mengen importieren muss. Ich befürchte also nicht, dass der britische Markt für uns zusammenbricht."

Danish Crown exportiert nach eigenen Angaben jährlich Schweinefleisch im Wert von rund drei Mrd. DKK (ca. 400 Mio. Euro) und  verarbeitete Produkte seiner Tochtergesellschaften im Wert von 800 Mio. DKK (ca. 107 Mio. Euro) ins Vereinigte Königreich.

Während der Brexit kurzfristig keinen wesentlichen Einfluss auf den Abrechnungspreis von Schweinen habe, treffe das die Rinderhalter indes deutlich härter: Irland sei schließlich der größte Rindfleisch-Lieferant für Großbritannien. Die dortigen Exporteure hätten bereits Mengen in andere Zielländer umgelenkt, was nach Ansicht von DC mit zu den fallenden Preisen für Rindfleisch in der EU beigetragen habe.

Finn Klostermann, CEO von Danish Crown Beef, verlässt sich daher auf sein Gefühl, dass es keinen harten Brexit geben wird: "Die Iren produzieren viermal so viel Rindfleisch wie wir in Dänemark. Und sie verkaufen davon einen großen Teil auf dem englischen Markt. Ich glaube keineswegs, dass sie mehr von ihrem Rindfleisch im übrigen Europa verkaufen wollen. Schließlich haben die englischen Verbraucher eine Vorliebe für Irish Beef, und das garantiert einen besseren Preis als auf dem europäischen Festland."

Bisher spielten die Lebensmittel-Importe zwar noch keine große Rolle in den Brexit-Diskussionen, gesteht Lars Albertsen in der Meldung seines Unternehmens. Allerdings hegt er keinen Zweifel daran, dass das noch ein ganz heißes Eisen werden wird: "Ich bin fest davon überzeugt, dass die Briten weiter dänischen Bacon, Irish Beef und generell Lebensmittel aus der EU bevorzugen werden." Für Verbraucher ebenso wie für die Verbraucherorganisationen zähle nunmal der Tierschutz. Das schließe natürlich nicht aus, dass die Briten sich irgendwann für Schweinefleischimporte aus den USA oder Brasilien öffnen, trotz des hohen Verbrauchs an Antibiotika und Wachstumshormonen in beiden Ländern.
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