Brühwurst bleibt bei Wasser-Kennzeichnung außen vor

Dienstag, 06. November 2012

Zur Produktion einer Brühwurst gehört die Schüttung mit Wasser, meistens als Eis. Dass dieses herstellungs- beziehungsweise sortenbedingt zugesetzte Fremdwasser nicht der Kennzeichnungspflicht unterliegt, hat die EU-Kommission abschließend klargestellt.

Für Unklarheit hatte der Artikel 17 der neuen EU-Lebensmittelinformationsverordung 1169/2011 gesorgt: „Bei Fleischerzeugnissen und Fleischzubereitungen, die als Aufschnitt, am Stück, in Scheiben geschnitten, als Fleischportion oder Tierkörper angeboten werden, enthält die Bezeichnung des Lebensmittels die Angabe, dass Wasser zugesetzt wurde, wenn das zugesetzte Wasser mehr als fünf Prozent des Gewichts des Enderzeugnisses ausmacht.“

Dass Bezeichnungen wie „Fleischwurst mit Trinkwasser“ oder „Fleischwurst mit Wasser“ doch keine Realität werden, dafür bürgt die schriftliche Antwort der Kommission vom 23. Oktober 2012. Danach ist Brüssel der Ansicht, dass im konkreten Fall der Brühwürste – wie Fleischwurst oder Mortadella – keine Kennzeichnungspflicht für zugesetztes Wasser gilt.

Einschränkend heißt es allerdings, dass die für die Durchführung zuständigen Mitgliedstaaten jeweils von Fall zu Fall entscheiden können, welches Fleischerzeugnis unter diese neue Pflichtkennzeichnung fällt. Eine erste Anfrage hatte der kürzlich zurückgetretene EU-Kommissar John Dalli im Juli nicht mit der gewünschten Klarheit beantwortet.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von afz-Chefredakteurin Renate Kühlcke:
"Nicht immer Trickserei".
Das könnte Sie auch interessieren
stats