Bundesbildungsbericht Den Meistern fehlen Lehrlinge

Dienstag, 29. September 2015
Motiv aus der Nachwuchskampagne für das Fleischerhandwerk.
Foto: DFV
Motiv aus der Nachwuchskampagne für das Fleischerhandwerk.

Mit Spannung erwartet: Jetzt liegt der 546 Seiten umfassende Report des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) vor. Danach fehlen den Meistern immer mehr Azubis.

Im Jahr 2014 waren insgesamt 511.613 Ausbildungsstellen bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern zur Vermittlung registriert. Die Anzahl der gemeldeten Stellen nahm damit gegenüber dem vorherigen Berichtsjahr um 4.350 beziehungsweise um 0,9 Prozent zu. Davon wurden aus dem Handwerksbereich rund ein Viertel der Ausbildungsstellen (119.768 ) zur Vermittlung angeboten und damit 2,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor.



Das Lebensmittelhandwerk kann unverändert schwer offene Ausbildungsplätze besetzen. Das gilt auch für die Berufe im Fleischerhandwerk. Es gehört zu den erfolglosen Marktteilnehmern im Wettbewerb mit anderen Berufen um den dringend benötigten Nachwuchs. Für das Ausbildungsjahr 2014 suchten 2094 Betriebe Lehrlinge. Zum Stichtag 30. September blieb mehr als ein Viertel (27,4 Prozent) der betrieblich gemeldeten Plätze für eine Fleischerausbildung unbesetzt.

Auch im Verkauf klemmt es: Für den modernisierten Beruf des Fachverkäufers im Lebensmittelhandwerk liegt die Nichtbesetzungsquote sogar bei 30 Prozent. Die Dunkelziffer hinter diesen Quoten fällt weitaus höher aus, denn nicht alle Lehrherrn melden dem Arbeitsamt oder den Innungen und Verbänden offene Ausbildungsplätze.

Auf der anderen Seite bleibt die Nachfrage durch Jugendliche nach einem Ausbildungsplatz zum Fleischergeselle oder Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk gering. Die Imagekampagne „Anders als Du denkst“ des Deutschen Fleischer-Verbands für eine Ausbildung im Fleischerhandwerk ist noch zu frisch, um messbare Ergebnisse zu liefern. Sie startete im letzten Herbst.

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