Bundesleistungswettbewerb 2017 Ringen um jeden Punkt

Dienstag, 05. Dezember 2017
Die erfolgreichsten unter den insgesamt zehn Fachverkäuferinnen und elf Gesellen sind (von links): Nina Yörük, Jennifer Haselbauer, die beiden ersten Bundessieger Lena Marie Adam und Raphael Buschmann sowie Max Beck und Franz Gawalski.
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Die erfolgreichsten unter den insgesamt zehn Fachverkäuferinnen und elf Gesellen sind (von links): Nina Yörük, Jennifer Haselbauer, die beiden ersten Bundessieger Lena Marie Adam und Raphael Buschmann sowie Max Beck und Franz Gawalski.

Der Bundesleistungswettbewerb wird in zwei Gruppen ausgetragen: Die Fleischer treten als Siebenkämpfer an, die Fachverkäuferinnen in neun Disziplinen.

Selten ist in der Fleischerabteilung im Bremer Schulzentrum am Rübekamp so viel los wie während des diesjährigen Bundesleistungswettbewerbs. Zwei Tage lang herrscht hier eine rege Betriebsamkeit, in der sich Können und Konzentration mit Aufregung und Anspannung, aber auch Fröhlichkeit mischen.

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Doch ihren Ehrgeiz lenken die Konkurrenten auf die minutengenau limitierten Arbeitsphasen und lassen sich die generell gute Stimmung nicht trüben, die das Finale 2017 kennzeichnet. Es ist das Letzte seiner Art, aber das wissen nur die Organisatoren und Juroren, die Teilnehmer merken davon nichts. Die elf Fleischer und zehn Fachverkäuferinnen sind allein damit beschäftigt, ihre Aufgaben zu bewältigen, die das Programm vorsieht. Und das ist stramm wie immer.

Sieben Disziplinen stehen auf dem Arbeitsplan der Gesellen. Mit der Unterteilung der zweiten, sind es eigentlich acht. Denn nach dem Abtrennen des Roastbeefs, dem Ausbeinen von Keule und Roastbeef und dem Feinzerlegen kommt noch das Sortieren der Zuschnitte hinzu.

Diese ineinandergreifenden Arbeiten erledigen sämtliche Teilnehmer mit beachtlicher Bravour, was die Prüfer ins Schwärmen über den aktuellen Jahrgang bringt, der die für den Beruf typischen Grundfertigkeiten bestens beherrscht. Die Leistungen liegen durchweg im Spitzenfeld und so eng beieinander, dass sich nach der späteren Auswertung nur minimale oder gar keine Punktunterschiede ergeben, so dass sich beispielsweise durch mehrmaligen Gleichstand bei der Disziplin Sortieren sogar acht von insgesamt elf Kandidaten auf den vorderen drei Plätzen tummeln.

Ähnlich gering erweisen sich die Abstände bei den weiteren Disziplinen: dem Herstellen von zwei küchenfertigen Erzeugnissen, dem Herrichten und Präsentieren von Grillspezialitäten sowie der Herstellung der Pastete und eines gefüllten oder rolliert gefüllten Bratens. Bei Pasteten und Braten prüfen die Juroren nicht nur wie bei den übrigen Werkstücken den Gesamteindruck, Schwierigkeitsgrad und die Wirtschaftlichkeit, sondern auch den Geschmack.

Das Hauptgericht mit Fleisch ist die einzige Disziplin, die für beide Berufsgruppen identisch ist und bei der Jahr für Jahr das vorgegebene Teilstück wechselt. Die Bremer Finalisten erhalten jeweils zwei doppelte Stücke der Hähnchenbrust.

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Die Rezeptur dazu – samt Beilagenempfehlung und der Angaben zum Garen – durften alle bereits daheim oder in den Betrieben bei ihren Vorbereitungen auf den Wettkampf erstellen. Sie ist zwingender Bestandteil dieser Arbeitsprobe und fließt hinsichtlich der Zusammenstellung und Schlüssigkeit in die Bewertung ein. Bei den Fleischern dominiert beim Hauptgericht eher die handwerkliche Kunst im Herrichten, bei den Verkäuferinnen der dekorative Aspekt.

Die Verknüpfung von Kreativität und handwerklichem Können beweisen die Verkäuferinnen auf weiteren Wettkampffeldern. Das Herstellen und Anrichten von Fingerfood ersetzt zwar seit vorigem Jahr die unzeitgemäß gewordene Kanapee-Disziplin, nicht aber das höchst anspruchsvolle, filigrane Hantieren beim Anfertigen der Miniaturen. Als schwierig, weil ungewohnt, empfinden die Wettstreiterinnen den Präsentkorb und das dazu verlangte Plakat. Routinierter gehen sie an die Käseplatte heran, noch gekonnter an die Schinkenplatte.
Bei allen Produktpräsentationen können die Konkurrentinnen die Leistungen untereinander ziemlich treffend einschätzen. Bei den übrigen Disziplinen ist ein Vergleich allerdings nicht möglich. Denn zu den Beratungsgesprächen tritt jede Verkäuferin einzeln vor der Jury an, muss Teilstücke und Wurstsorten benennen sowie einen Braten und drei Steaks möglichst grammgenau abschneiden und eine Büfettberatung professionell stemmen.

Die Abschlusspräsentation als letzte Tat unterliegt nicht mehr dem Kampf um platzierungsrelevante Punkte. Sie dient allein dem Zweck, eine beeindruckende Übersicht der Leistungen zu bieten. Dann beginnt das Warten auf die Siegerehrung.

Finalisten von Bremen

Insgesamt 21 Teilnehmer traten beim diesjährigen Bundesleistungswettbewerb an. Jeder von ihnen ging für das Bundesland an den Start, in dem der Ausbildungsbetrieb (in Klammern) ansässig ist.

Die Fachverkäuferinnen

Die Fachverkäuferinnen im Finale.
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Die Fachverkäuferinnen im Finale.
Baden-Württemberg Chris-Tina Thorenz (Metzgerei Weiler, Hechingen)

Bayern Jennifer Haselbauer (Metzgerei Maucher, Illertissen)

Hessen Julieta Pia Hinkfuß (Metzgerei Manz, Hüttenberg)

Niedersachsen Kathrin Meier (Fleischerei Gawehn, Gnarrenburg)

Nordrhein-Westfalen Nina Yörük (Real, Krefeld)

Rheinland Pfalz Lena Marie Adam (Edeka Stiegler, Haßloch)

Saarland Simone Schmitz (Schröder Fleischwaren, Saarbrücken)

Sachsen Noemi Donisan (Fleischerei Döhler, Netzschkau)

Sachsen-Anhalt Nadine Busch (WS Wurst-Spezi, Zeitz)

Schleswig-Holstein Sandra Hecker (Kinsky Fleischwaren, Bredstedt)

Die Jury

Vorsitz: Nora Seitz, DFV-Vizepräsidentin Ressort Berufsbildung; Verkäuferinnen: Obfrau Carmen Gruber; Volker Haupt, Jörg Oppen, Christian Lohff, Dieter Schwitzgebel; Fleischer: Obmann Klaus-Dieter Oppel; Ralf Kos, Wolfgang Herbst, Josef Bader, Ronny Bratke.
Die Fleischer 
 Die Gesellen im Finale.
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Die Gesellen im Finale.
Baden-Württemberg
Johannes Bächtle (Metzgerei Blessing, Köngen)

Bayern Max Beck (Herrmannsdorfer Landwerkstätten, Glonn)

Berlin Gordon Thompson (Fleischerei Genz, Berlin)

Bremen Raphael Buschmann (Fleischerei Guder, Seckenhausen)

Hessen Paula Brehm (Metzgerei Pfarrer, Wölfersheim)

Niedersachsen Dominik Scheffer (Fleischerei Mandel, Osnabrück)

Nordrhein-Westfalen Manuel Kirchhoff (Metzgerei Kirchhoff, Attendorn)

Rheinland-Pfalz Arthur Schäfer (Metzgerei Klos, Zerf)

Saarland Anton Pysarev (Metzgerei Schwitzgebel, Homburg)

Sachsen Franz Gawalski (Fleischerei Loose, Dippoldiswalde)

Schleswig-Holstein Johannes Haßler (Landschlachterei Haßler, Schönberg)

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