Chancen in der Fleischbranche

Freitag, 01. März 2013

afz-Interview mit Henning Ossendorf, erster Träger des LAFF-Preises
Nach der Ausbildung stehen jungen Menschen viele Möglichkeiten offen, ihre Zukunft aktiv weiter zu gestalten. Auf einem sehr erfolgsversprechenden Weg ist Henning Ossendorf aus Kerpen. Mit der afz sprach er über seinen Werdegang und seine Perspektiven.

Würden Sie kurz Ihre bisherige Karriere für unsere Leser umreißen?

Ich habe nach meinem Abitur im Jahr 2006 mit meiner Ausbildung zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik bei Hardy Remagen in Hürth (Fleischverarbeitung) begonnen. Nach Abschluss der Ausbildung schrieb ich mich zum Studium der Lebensmitteltechnologie mit der Spezialisierung Fleischtechnologie in Lemgo ein.

Im Jahr 2011 verfasste ich meine Abschlussarbeit zum Bachelor of Science bei der Firma Tönnies und belegte danach umgehend den Masterstudiengang in Lemgo. In diesem Jahr wurde mir auch der erste Internationale LAFF-Preis verliehen. Aktuell bin ich dabei, meine Masterarbeit bei der QS Qualität und Sicherheit GmbH in Bonn zu schreiben. Das Thema der Arbeit werden Monitoringprogramme sein.


Warum haben Sie sich für eine Ausbildung im Fleischerhandwerk entschieden?

Die Lebensmittelbranche hat mich schon früh fasziniert. Die Tatsache, dass mein Werdegang mich in die Fleischwirtschaft geführt hat, liegt an meinem Ausbildungsbetrieb. Hier wurde der Grundstein für die Karriere in der Fleischbranche gelegt.


Was bewog Sie dazu, ein Studium an die Ausbildung anzuschließen? Würden Sie das Studium, so wie Sie es erlebt haben, weiterempfehlen?

Das Studium kann ich absolut weiterempfehlen. Nach Schaffung der naturwissenschaftlichen Grundlagen in den ersten zwei Semestern führte das Studium zu immer interessanteren Modulen. Auch die fleischspezifischen Module Fleischgewinnung und -behandlung, Convenience und Tiefkühlerzeugnisse, Technologie fermentierter Fleischerzeugnisse sowie Technologie erhitzter Fleischerzeugnisse haben mir sehr gut gefallen. Zudem konnte ich mich durch Wahlpflichtfächer auf den Gebieten des Rechts, der Mikrobiologie, des Projektmanagements und der Produktentwicklung weiterbilden.


Sie sind der erste Gewinner des LAFF-Preises und absolvierten so einen zweiwöchigen Studienaufenthalt in den USA. Was hat das Stipendium Ihnen gebracht?

Zunächst ist es eine sehr große Ehre, den Preis vom Lemgoer Arbeitskreis Fleisch und Feinkost zu erhalten. Eine solche Auszeichnung ist sicher geeignet, um Kontakte in der Branche zu knüpfen. Auch diverse Arbeitsangebote in Deutschland und den USA waren eine Folge. Persönlich hat mir der Aufenthalt in den USA sehr viel Wissen und einen Einblick in die dortige Arbeitsweise und in die Fleischbranche in den USA beschert.


Aktuell schließen Sie ihr Studium mit der Masterarbeit ab. Was sind Ihre beruflichen Pläne für die Zukunft?

Mein kurzfristiges Ziel ist nach Abschluss der Masterarbeit eine Arbeitsstelle zu finden, die mich erfüllt. Da für mich die Sicherheit von Lebensmitteln oberste Priorität hat, geht die Masterarbeit bereits in eine sehr interessante Richtung. Mein generelles Ziel ist es, möglichst viele Bereiche der Wertschöpfungskette Fleisch kennenzulernen.


Würden Sie im Nachhinein irgendetwas anders anpacken?

Nein. Ausgehend von meinen Interessen war der bisher eingeschlagene Weg der richtige.

Das Interview führte Kathrin Grünewald.
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