Deutscher Fleischer-Verbandstag Keine Angriffsfläche bieten

Dienstag, 20. Oktober 2020
Über die umfangreiche Sacharbeit trotz Corona-Krise berichtete das Präsidium in einer Podiumsdiskussion.
Foto: si
Über die umfangreiche Sacharbeit trotz Corona-Krise berichtete das Präsidium in einer Podiumsdiskussion.

DFV mahnt Schulungen zum Tierschutz an. Brüsseler Büro schlüpft unter das Dach des Internationalen Metzgermeister-Verbands.

Abseits vom derzeit alles überschattenden Coronavirus setzt der Deutsche Fleischer-Verband (DFV) seine Sacharbeit auch in Themenfeldern wie Hygiene, Tierschutz, Neuordnung von Berufsbildern, Finanzplanung und Kommunikationsstrategie fort. Bei der Mitgliederversammlung in Fulda erstattete das DFV-Präsidium Bericht.

Präsident Herbert Dohrmann und Hauptgeschäftsführer Martin Fuchs moderierten einen Branchentalk mit den Vizepräsidenten Nora Seitz (Berufsbildung), Konrad Ammon jun. (Lebensmittelrecht & Qualitätssicherung), Michael Durst (Werbung, Öffentlichkeitsarbeit) sowie Eckhart Neun (Finanzen & Organisation). Den Auftakt übernahm der bayerische Landesinnungsmeister Konrad Ammon. An seine Kolleginnen und Kollegen richtete er sich mit mahnenden Worten zum Pulverfass Hygiene: „Die Listerien sind noch da, bleiben Sie wachsam!“ Ammon empfahl, die Thematik nicht kleinzureden, Beschäftigte zu schulen und das Gespräch mit der Lebensmittelüberwachung zu suchen. Nicht jeder Nachweis stelle automatisch eine Gefahr für Verbraucher dar, aber man müsse Schwachstellen identifizieren und entsprechend verantwortlich handeln. Beim Megathema Tierschutz stellte der Fürther Fleischermeister mit Blick auf die Ereignisse am Schlachthof Gärtringen klar: „Da gibt es 0,0 Toleranz. Sie müssen die Mitarbeiter schulen, schulen, schulen!“ 

Nach dem Aus der betäubungslosen Ferkelkastration ab Januar 2021 rechnet Ammon mit der Isofluran-Narkose als Methode der Wahl. Die sogenannten Impfungen mit Improvac kommen seiner Meinung nach nicht beim Verbraucher an. Auch Fleisch aus Ebermast lasse sich nicht in erforderlichem Maß vermarkten, so der Vizepräsident. 

DFV-Tag Fulda 2020 - Präsident
(Bild: si)

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Die Neuordnung des Berufsbilds Fachverkäufer/Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk ist noch nicht abgeschlossen. Im Gegenteil: Hier gebe es große Probleme, nachdem sich nun auch der Lebensmitteleinzelhandel in die Anhörungen eingeschaltet habe. Die Fleischer müssten sich ohnehin mit weiteren Gewerken wie Bäcker und Konditoren abstimmen. Das berichtete Nora Seitz. Erfolgreich verlief dagegen die Zertifizierung des Rhein-Main-Campus im südhessischen Weiterstadt. Das Berufsbildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer ist von WorldSkills Germany als Bundesleistungszentrum für Fleischerinnen und Fleischer anerkannt. Die Nationalmannschaft des Fleischerhandwerks werde die als Heyne-Fachschule bekannte Meister-Ausbildungsstätte nutzen, um sich auf Wettbewerbe mit anderen Nachwuchsteams in Europa vorzubereiten. 
HWK - Heyne - WorldSkills
(Bild: HWK FRM / Michels )

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Michael Durst informierte die Mitglieder über die Neuordnung der Stabsstelle Kommunikation im DFV. Nach dem Weggang von Pressesprecher Gero Jentzsch bündelt nun Jasmin Lippmann die Social-Media-Aktivitäten des Verbands. Dabei sollen Mitglieder der Nationalmannschaft als Influencer aus den eigenen Reihen auf den Kanälen Facebook, Instagram und TikTok agieren, verkündete Durst. Als jüngstes Beispiel für die Integration des Nachwuchses in die Kommunikationsarbeit des DFV nannte der Hamburger die mit dem Westdeutschen Rundfunk gedrehte Sendung „Wurst, aber richtig!“.

Die Coronakrise werde auch bei der Berufsgenossenschaft durchschlagen, und zwar wegen veränderter Lohnsummen, insbesondere in der Gastronomie. So stimmte Michael Durst seine Kollegen auf mögliche Beitragsanpassungen der BGN ein. Im November, nach der Vorstandssitzung, rechnet der Hamburger mit einer ersten Tendenz. 

Schatzmeister Eckhart Neun sieht den DFV „auf einem guten Weg“. Die in München vereinbarten Veränderungen zur Vertretung in Brüssel greifen. So werde das ehemalige DFV-Büro in Europas Hauptstadt unter die Ägide des Internationalen Metzgermeister-Verbands (IMV) gestellt und von Kirsten Dießner geleitet. Die Jahresrechnung sowie den Haushaltsansatz 2021 verabschiedeten die Mitglieder einstimmig.

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