Ferkelkastration Jede Stufe muss sich bewegen

Dienstag, 14. Juni 2016
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Am 1. Januar 2019 ist in Deutschland mit der betäubungslosen Ferkelkastration Schluss. Dass an diesem Datum politisch nicht gerüttelt wird, wurde auf der Fachtagung im Bundesinstitut für Risikobewertung einmal mehr Gewissenheit. Es bleiben noch 30 Monate, sich auf die Alternativen zum Ausstieg vorzubereiten.

Alle Stufen der Wertschöpfungskette Fleisch – vom Lebensmittelhandel über die Verarbeitung, Schlachtung bis hin zur Schweinehaltung werden sich bewegen müssen, um diesen nationalen Alleingang zu stemmen.

Klar wurde in Berlin, dass der Ausstieg nicht ohne Veränderungen auf allen Stufen möglich ist. Die aktuell diskutierten drei Alternativen (Jungebermast, Imunokastration, Kastration unter Betäubung und wirksamer Schmerzausschaltung) sollen nach dem Willen von Wirtschaft und Politik gleichwertig nebeneinander stehen, um den Landwirten die Umstellung entsprechend vorhandener Strukturen, bevorzugter Absatzwege, gewünschter Produkte und Erwartungen zu ermöglichen.

Für die Zeit ab 2019 erwarten die Schlacht- und Zerlegebetriebe einen hohen Aufwand für die Sortierung der Teilstücke des Jungebers bezüglich der späteren Verwendungseignung. Eine dringliche Forderung ist die Beurteilung des einwandfreien Geruchs durch neutrale Prüfer am Schlachtband und die Aufnahme der Fettqualität in die Berechnungsmaske. Die Verarbeitungsstufe kommt aufgrund des veränderten Rohstoffs künftig nicht umhin, Spezifikationen für das jeweilige Produktsortiment zu erarbeiten. Verschnitt oder Maskierung von Eberfleisch mit Geruchsabweichung lehnen die industriellen Fleischwarenhersteller rigoros ab.

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