Fleischer geben Regelungswut Kontra

Dienstag, 18. März 2014
Foto: Informierten die bundesweiten Medien über das Fleischerhandwerk und seine Vorzüge (von links): Martin Fuchs, Heinz-Werner Süss und Georg Schlagbauer. Foto: si

Beim DFV-Pressefrühstück in München verlangt Präsident Süss mehr Rückendeckung aus der Politik.

(Bild: Informierten die bundesweiten Medien über das Fleischerhandwerk und seine Vorzüge (von links): Martin Fuchs, Heinz-Werner Süss und Georg Schlagbauer. Foto: si )
Mehr Klasse statt Masse, unter diesen Leitsatz hatte Heinz-Werner Süss seinen Bericht zur aktuellen Situation im Fleischerhandwerk gestellt. Und dieser Appell des DFV-Präsidenten galt nicht nur für den Fleischverzehr, sondern schloss gleichzeitig die Forderung nach gesetzlichen Auflagen und Gebühren mit Augenmaß mit ein.

Süss riss gegenüber den Journalisten die vielfältigen Herausforderungen an, mit denen die Handwerker heute kämpfen. Er warnte ebenso davor, „den Meisterbrief auf dem Altar des EU-Binnenmarkts zu opfern“ wie vor überzogenen Auflagen für das Schlachten.

Werde die handwerkliche Praxis so in Frage gestellt, blieben am Ende nur noch die Groß-Schlachthöfe am Markt übrig – und ob dies dem Tierschutz dient, dürfe wohl bezweifelt werden, so Süss.

Region braucht Rückendeckung

Der Präsident wies auf die wichtige Rolle der Metzger als regionale Nahversorger hin. Oft sei das Fleischer-Fachgeschäft die letzte zu Fuß erreichbare Einkaufsgelegenheit im Ort.

Stark in der Region zu sein und zu bleiben, sieht Süss als Aufgabe, der sich das Fleischerhandwerk klar verschrieben hat. Dazu benötige es aber auch die Unterstützung der Politik: „Wer immer von der Region redet und die Vorteile der Regionalität preist, muss bitte auch etwas für ihren Erhalt tun.“

Informationslücken füllen

Im vergangenen Jahr sei die Zahl der selbstständigen Betriebe erneut um 441 zurückgegangen, auf 13.931. Hinzu kommen 9.418 Filialen.

Ein Minus zeigte sich zudem weiter bei den Ausbildungszahlen. DFV-Hauptgeschäftsführer Martin Fuchs sieht hierfür vor allem zwei Gründe. Zum einen komme hier der demografische Wandel zum Tragen, das spürten nicht nur die Metzger. Zum anderen herrsche ein regelrechtes Informationsdefizit bei den jungen Leuten über das Berufsbild des Fleischers und der Fachverkäuferin. „Wir müssen sehr viel informieren, wenn wir mit unseren Berufen punkten wollen“, so Fuchs.
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