Fleischerhandwerk Robust durch die Krise

Mittwoch, 17. Februar 2021
Betriebe mit starkem Thekengeschäft profitierten in aller Regel von der Pandemie.
Foto: DFV
Betriebe mit starkem Thekengeschäft profitierten in aller Regel von der Pandemie.

Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung haben teils durchaus einschneidende Effekte auf das Fleischerhandwerk in Nordrhein-Westfalen. Der Großteil der Betriebe macht sich aber dennoch keine akuten Sorgen um die Zukunft seines Betriebs.
Ende Januar hatte der Fleischerverband Nordrhein-Westfalen seine Mitglieder zu einer Umfrage eingeladen. Dabei standen die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Fleischerhandwerk im Mittelpunkt. Mit dem Rücklauf von insgesamt 84 Antworten zeigt sich die Geschäftsstelle in Meerbusch mehr als zufrieden und wertet die hohe Teilnahmebereitschaft als Ausdruck eines enormen Bedürfnisses, über die eigene Situation zu sprechen.

Während mehr als die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen ihre Umsätze während der Pandemie sogar ausbauen konnten, mussten doch knapp 40 Prozent mit weniger Erlösen zurecht kommen, knapp die Hälfte davon sogar mit einem Minus von mehr als 20 Prozent.

Ob Plus oder Minus: Darüber entschied im vergangenen Jahr vor allem der Tätigkeitsschwerpunkt. Während das Thekengeschäft brummte, lagen Partyservice und Catering ebenso wie die Lieferungen an die Gastronomie größtenteils brach. Auch beim Imbiss/Mittagstisch verzeichnete knapp die Hälfte der befragten Betriebe verminderte Umsätze.

Klarer Gewinner in der Krise ist die Theke. Die Fachgeschäfte punkteten mit ihrer wohnortnahen Versorgung und genossen verstärkt das Vertrauen der Käufer. In der Befragung des Fleischerverbands berichteten 81 Prozent, dass sie neue Kunden hinzugewinnen konnten. „Für unsere Betriebe ergibt sich daraus die Herausforderung, die neuen Kunden durch relevante Angebote, guten Service und moderne Kommunikation zu halten“, schlussfolgert der LIV aus dieser Entwicklung.

Erfreulich: Trotz der zum Teil widrigen Bedingungen hält der Großteil der Fleischereien an seinem Personalstamm fest. Lediglich zwölf Prozent mussten bedingt durch die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung Mitarbeiter entlassen. Gut 14 Prozent hingegen haben sogar zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt.

Der überwiegende Teil der befragten Unternehmer hat trotz der herausfordernden Zeiten keine Hilfen bei Bund oder Land beantragt. Wenn doch, wurde am häufigsten das Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen, gefolgt von der Überbrückungshilfe I.
Fleischerei - Bedientheke
(Bild: Boris Golz / Schrutka-Peukert)

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Dass die Pandemie und ihre Begleiterscheinungen den kleinen und regionalen Anbietern von Lebensmitteln Rückenwind geben, beflügelt auch die Prognosen. Genau 42,9 Prozent der Befragten blicken „positiv“ in ihre Zukunft, 14,3 Prozent sogar „sehr positiv“. Weitere 11,9 Prozent der Betriebe blicken „negativ“ nach vorn, lediglich 2,4 Prozent „sehr negativ“.

Hier geht's zur Studie.
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