Fleischfreie Alternativen Trittbrettfahrer unerwünscht

Dienstag, 06. November 2018
Original oder Fälschung? Die europäischen Organisationen der Fleischwirtschaft wollen eine klare namentliche Abgrenzung.
Foto: DFV
Original oder Fälschung? Die europäischen Organisationen der Fleischwirtschaft wollen eine klare namentliche Abgrenzung.

Europas Fleischerverbände wehren sich gegen fleischfreie Plagiate.

Vegetarisches Schnitzel, vegane Leberwurst – solche Produkte sind den Metzgern schon lange ein Dorn im Auge. Sie wünschen sich eine klare namentliche Abgrenzung zwischen dem Original und der fleischlosen Kopie. Die vegetarischen und veganen Alternativen sollen nicht einfach vom ernährungsphysiologisch guten Ruf der Produkte aus der Fleischerei profitieren, obwohl sie zum Teil nur leere Kalorien auf den Speisezettel der Verbraucher bringen.

Einsatz erforderte dieses Ziel auf allen Ebenen: in der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission, bei der Bundesregierung und ebenso auf dem Brüsseler Parkett. Über ihren Dachverband IMV haben die Fleischer Europas nun unmissverständlich auf ihre Forderungen hingewiesen: Gemeinsam mit sechs anderen Verbänden der Land- und Fleischwirtschaft hat der Internationale Metzgermeister-Verband ein Positionspapier unterzeichnet.

Der Inhalt: Die europäische Gesetzgebung soll angepasst werden. Und zwar so, dass Erzeugnisse tierischen Ursprungs, beispielsweise Fleisch, unter ähnlichem Schutz stehen wie Milchprodukte. Bei diesen verbieten die EU-Vermarktungsnormen die Anlehnung an die Originalnamen: Tofubutter oder Pflanzenkäse dürfen so nicht heißen.

Konkret fordern die Verbände (Avec, Clitravi, Copa und Cogeca, EFFAB, IMV und UECBV), dass die Verwendung desselben Begriffs bei Produkten aus beiden Lebensmittelkategorien im Interesse eines fairen Wettbewerbs und der Transparenz gegenüber den Verbrauchern zu vermeiden ist.

Es gehe jetzt darum, das richtige Rechtsinstrument hierfür zu finden. Dazu geben die Unterzeichner noch einige Hinweise, die in die EU-Gesetzgebung Eingang finden sollten, beispielsweise die Definition von „Fleisch“ als essbare Teile der Tiere einschließlich Blut gemäß der EU-Verordnung 853/2004, ebenso die genaue Einordnung weiterer Begriffe wie Fleischzubereitungen und Fleischerzeugnisse.

Bezeichnungen, die unter Artikel 17 der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 fallen und derzeit für Fleischerzeugnisse und Fleischzubereitungen verwendet werden, sollten nach Meinung der Verbände Erzeugnissen vorbehalten sein, die Fleisch enthalten. Ergänzend liefern die Organisationen eine ganze Liste an Begriffen und Erzeugnissen, die exklusiv sein sollten. Darauf finden sich Bezeichnungen wie Fleischerei und Fleisch ebenso wie Schnitzel, Leberkäse oder Bratwurst. Das Papier wird nun den zuständigen Stellen bei der EU-Kommission dem Europaparlament zugeleitet.

Fleischersatzprodukt DFV
(Bild: DFV)

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