Fleischwirtschaft Die Welt im Visier

Dienstag, 26. April 2016
Lehnen die Herkunftkennzeichnung ab: VDF-Hauptgeschäftsführerin Dr. Heike Harstick und BVDF-Präsident Dr. Wolfgang Ingold.
Foto: VDF/jus
Lehnen die Herkunftkennzeichnung ab: VDF-Hauptgeschäftsführerin Dr. Heike Harstick und BVDF-Präsident Dr. Wolfgang Ingold.

Die Branchenvertreter aus der Schlacht- und Zerlegeindustrie sowie aus der Fleischwarenindustrie treffen diese Woche in Hamburg zusammen. Auf der Agenda stehen die globalen Fleischmärkte, das wachsende Sortiment der Eigenmarken im Handel sowie das Ernährungs- und Einkaufsverhalten der Bundesbürger.

Der Fleischsektor sieht sich gut aufgestellt. Auf der Erzeugerseite haben die Schlacht- und Zerlegebetriebe 2015 so viel Fleisch produziert wie niemals zuvor, insgesamt 8,22 Millionen Tonnen. Auf der anderen Seite bleibt der Pro-Kopf-Verzehr sowohl von Fleisch wie auch von Fleischwaren und Wurst mit 60,3 beziehungsweise 29,6 Kilogramm konstant. Die Fleischverarbeiter sehen darin eine Bestätigung, den Geschmack der Verbraucher zu treffen.

Für den Verband der Fleischwirtschaft (VDF) und für den Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie (BVDF) sind deshalb die Öffnung von Exportmärkten sowie die Sicherung des gemeinsamen EU-Binnenmarkts die wichtigsten Schlüsselinstrumente für weiteres Wachstum und die Garantie von Arbeitsplätzen. Im Inland sieht die Branche Profilierungsmöglichkeiten durch regionale Fleischprogramme und innovative Produkte.

Beide Verbände lehnen eine Herkunftskennzeichnung ab. Die Abgrenzung von Märkten unterlaufe die Europa-Idee, sagte BVDF-Präsident Dr. Wolfgang Ingold der afz. VDF-Hauptgeschäftsführerin Dr. Heike Harstick fügte hinzu, dass eine Kennzeichnung den Absatz von Schweinefleisch in andere EU-Länder erschwere. Umso wichtiger sei deshalb die politische Unterstützung der Regierung bei der Erschließung neuer Absatzmärkte.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar "Offener Dialog für mehr Wert" von Jörg Schiffeler.

Das könnte Sie auch interessieren
stats