Forum der Fleischwirtschaft Wie gelingt der Königsweg für mehr Tierwohl?

Dienstag, 26. Mai 2015
Das Forum der Fleischwirtschaft findet im NOZ-Medienzentrum statt.
Foto: Hermann Pentermann
Das Forum der Fleischwirtschaft findet im NOZ-Medienzentrum statt.

„Eberfleisch – Garantie für Tierwohl oder Abschied von Qualität?“ ist am Donnerstag, 11. Juni, Thema des Forums der Fleischwirtschaft in Osnabrück. Zum zweiten Mal kooperiert dabei das Medienhaus Neue OZ mit der afz – allgemeine fleischer zeitung und der FleischWirtschaft.

Hintergrund ist der Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration, der für mehr Tierwohl steht und seit der „Düsseldorfer Erklärung“ beschlossene Sache ist. Im QS-System ist der Schmerzmitteleinsatz seit 2009 vorgeschrieben. Die derzeit praktizierte chirurgische Kastration von Ferkeln mit schmerzlindernden Verfahren ist nur eine Zwischenlösung, denn nach der Novellierung des Tierschutzgesetzes ist die betäubungslose Kastration in Deutschland ab 2019 verboten.

Europa möchte die chirurgische Kastration schon bis zum 1. Januar 2018 einstellen. Von dem Ziel ist man noch weit entfernt, wie eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation in den EU-Ländern im Rahmen eines europäischen Workshops zum Thema Ende Februar in Brüssel ergab. Denn international gesehen gibt es deutliche Unterschiede in der Wahrnehmung und Akzeptanz von Ebergeruch. In England oder Portugal wird Eberfleisch wesentlich besser akzeptiert als in Frankreich, Schweden oder Deutschland. Länder wie Polen, Tschechien, Ungarn und auch Italien sehen dagegen noch keine Dringlichkeit, aus der chirurgischen Kastration auszusteigen.

Forum der Fleischwirtschaft in Osnabrück
Foto: NOZ Medien
Forum der Fleischwirtschaft in Osnabrück

Das sind gute Gründe, sich mit den europäischen Märkten für Eberfleisch, dem finanziellen oder organisatorischen Risiko der Ebermast oder den Verbesserungen im Leben eines Jungebers zu beschäftigen. Nicht erst seit Verbraucher und ihre Verbände das Thema Tierwohl für sich entdeckt haben, arbeitet die Branche schließlich an verbesserten Haltungsbedingungen.

Der Bogen wird gespannt von der „Schlachtung unkastrierter Schweine als Königsweg“ bis zur Frage, ob Tierwohl im Handel überhaupt als Qualitätskriterium taugt. Ob sich in der Verarbeitung das Geruchsrisiko minimieren lässt, muss in den nächsten Jahren ebenso geklärt werden wie die Frage, ob es einen Kompromiss zwischen Tierschutz und Verbraucherschutz überhaupt geben kann. Die Referenten werden die Thematik von allen Seiten beleuchten und dabei Chancen und Risiken sowie Herausforderungen und Lösungswege aufzeigen.

In der Diskussion geht es um die Frage, ob Jungebermast und Eberfleischvermarktung der Königsweg für mehr Tierwohl und mehr Qualität zugleich sein kann. Die Teilnehmer der Veranstaltung sind am Vorabend zum exklusiven Networking für Kollegen der Branche in die Brauerei Rampendahl eingeladen.

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