Frankreich: Kartellstrafen wegen Preisabsprac...
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Der Handelskonzern Les Mousquetaires zu dem die Intermarché-Märkte gehören soll 31,8 Mio. Euro Strafe zahlen.
Der Handelskonzern Les Mousquetaires zu dem die Intermarché-Märkte gehören soll 31,8 Mio. Euro Strafe zahlen.

PARIS Die beschuldigten Unternehmen aus Schlachtung, Verarbeitung und Lebensmitteleinzelhandel weisen die Vorwürfe zurück.

In Frankreich hat das Kartellamt Strafzahlungen gegen mehrere Fleischwarenhersteller verhängt. Wie die Behörde mitteilte, wurden insgesamt zwölf Unternehmen mit Geldbußen von zusammen 93,0 Mio. Euro belegt. Mit rund 35,5 Mio. Euro droht der Genossenschaft Cooperl die höchste Strafe, gefolgt von der Einzelhandelsgruppe „Les Mousquetaires“ mit 31,8 Mio. Euro. Gegen den Lebensmittelhersteller Fleury Michon wurde eine Geldbuße von 14,8 Mio. Euro verhängt, und das genossenschaftliche Einzelhandelsunternehmen Coop soll 6,0 Mio. Euro zahlen.


Nach Angaben der Wettbewerbshüter betraf das Kartell sowohl den vorgelagerten Bereich, also die Einkaufskonditionen bei den Schlachthöfen, wie auch die Verkäufe an den Lebensmitteleinzelhandel. Die betroffenen Unternehmen hätten sich abgesprochen, um ihre Rohstoffe billig bei den Schlachtunternehmen einzukaufen, und sich außerdem auf Preise bei der Vermarktung ihrer Produkte verständigt. Betroffen gewesen sei eine sehr große Zahl von Lebensmitteln des täglichen Bedarfs, darunter verschiedene Schinken und Wurstwaren.
Die Absprachen haben dem Kartellamt zufolge „schwerwiegende Auswirkungen“ gehabt. Beim Einkauf der Rohstoffe hätten die Kartellmitglieder in Echtzeit Kontakt gehalten und versucht, einen vorher verabredeten Preisrahmen durchzusetzen. Sobald dies bei zwei größeren Schlachtunternehmen gelungen sei, seien diese Abschlüsse als Basis für die Verhandlungen in der folgenden Woche herangezogen worden.

Die von den höchsten Strafzahlungen bedrohten Unternehmen haben unterdessen alle angekündigt, Rechtsmittel gegen die Bußgelder einzulegen. Cooperl wies sämtliche Anschuldigungen zurück und erklärte, die Entscheidung der Behörde beruhe auf falschen und verleumderischen Anschuldigungen, die ein Konkurrent erhoben habe. Nach Ansicht der Genossenschaft, die zu den größten Schweineerzeugern des Landes zählt, aber auch in der Vermarktung und Verarbeitung tätig ist, will der Wettbewerber Campofrio nach der Übernahme durch ein chinesisches Unternehmen das französische Wettbewerbsrecht nutzen, um seine Konkurrenten zu schwächen.
Derweil forderte der kleinere Landwirtschaftsverband Coordination Rurale (CR) die Kartellbehörde auf, ihre Untersuchungen fortzuführen und eine Schätzung der Verluste für die Tierhalter zu erstellen. Die Geldstrafen sollten zumindest teilweise an die Tierhalter ausgezahlt werden. Scharfe Kritik äußerte der CR an Cooperl. Die Genossenschaft habe ihr Gründungsprinzip missachtet und ohne Rücksicht auf ihre Mitglieder agiert. Der Verband legte allen Genossen nahe, sofort den Rücktritt des Vorstands zu fordern.

Quelle: fleischwirtschaft.de; AgE
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