Frische Forum Fleisch Fleisch ist Teil der Lösung

Samstag, 18. Januar 2020
Auf dem Podium (von links): Dr. Bianca Lind (Bundesverband Rind+Schwein), Dr. Dietlinde Quack (Öko-Institut), Moderatorin Renate Kühlcke, Dr. Gereon Schulze Althoff (Tönnies) und Dr. Kirsten Kemmerling (BMEL).
Foto: Felix J. Holland
Auf dem Podium (von links): Dr. Bianca Lind (Bundesverband Rind+Schwein), Dr. Dietlinde Quack (Öko-Institut), Moderatorin Renate Kühlcke, Dr. Gereon Schulze Althoff (Tönnies) und Dr. Kirsten Kemmerling (BMEL).

Die Branche ist längst auf dem Weg zur klimafreundlicheren Fleischerzeugung. Darüber wird bislang nur zu wenig gesprochen. Das zeigte das Frische Forum Fleisch zum Auftakt der Internationalen Grünen Woche 2020 (IGW).
Gehört die Tierhaltung im Sinn des Klimaschutzes abgeschafft? Nein, war die einhellige Antwort der Referenten auf dem Podium des 35. Frische Forums Fleisch, zu dem afz und "Fleischwirtschaft" am Eröffnungstag der IGW 2020 nach Berlin eingeladen hatten. Wie muss die Fleischerzeugung von morgen aussehen und welche Herausforderungen hat sie zu meistern, das wollte Moderatorin Renate Kühlcke (Fleischwirtschaft) von den Referenten wissen.

Dr. Dietlinde Quack vom Öko-Institut mahnte zwar eine grundlegende Transformation in der Landwirtschaft an, um die gesteckten Klimaziele zu erreichen, Dr. Bianca Lind vom Bundesverband Rind und Schwein (BRS) hielt jedoch dagegen. Die Geschäftsführerin lenkte den Blick auf verschiedene Punkte, an denen die landwirtschaftliche Stufe bereits aktiv ist. Ihr Ziel sei es weniger, die Emissionen durch Bestandsabstockungen zu senken. Für nachhaltiger hält sie den Weg, die klimaaktiven Substanzen je Tier einzudämmen. Lind: "Wir sind Teil der Lösung, und wir stellen uns der Verantwortung."
Tierwohl und Klimaschutz übereinzubringen, das ist für Dr. Gereon Schulze Althoff von Tönnies der Schlüssel zur gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung in Deutschland. Aus Sicht von Deutschlands größtem Fleisch-Vermarkter zeigte auch der Nachhaltigkeitsbeauftragte eine ganze Reihe von Punkten auf, an denen die Fleischwirtschaft bereits aktiv ist. Im Vergleich zu 1990 erzeuge Deutschland beispielsweise deutlich mehr Schweinefleisch, aber mit geringerem Ressourceneinsatz. "Fleisch ist Teil der Lösung für den Klimaschutz", ist Schulze Althoff überzeugt.

Der Weg ist das Ziel

Die Bemühungen honorierte Dr. Kirsten Kemmerling durchaus. "Wir stehen nicht am Anfang, wir sind längst auf dem Weg." Das war der Vertreterin des Bundeslandwirtschaftsministeriums auf dem Podium wichtig zu betonen. Allerdings komme das noch nicht in der breiten Öffentlichkeit an. Land- und Ernährungswirtschaft hätten beim Verbraucher die geringste Glaubwürdigkeit, aber auch der Politik schenken die Bürger nicht viel mehr Vertrauen. "Ganz wichtig ist die Kommunikation. In allen Bereichen", erkannte Kemmerling. Daran müssten alle gemeinsam arbeiten.

Mehr über das 35. Frische Forum Fleisch lesen Sie in der afz 4/2020 vom 22. Januar 2020.

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