IFFA 2016 Medaillen laden Produkte auf

Samstag, 16. April 2016
Eckhart Neun ist Landesinnungsmeister in Hessen. Der Fleischermeister aus Gedern gehört dem Präsidium des Deutschen Fleischer-Verbands an. Als Vizepräsident verantwortet er das Ressort Lebensmittelrecht.
Foto: DFV
Eckhart Neun ist Landesinnungsmeister in Hessen. Der Fleischermeister aus Gedern gehört dem Präsidium des Deutschen Fleischer-Verbands an. Als Vizepräsident verantwortet er das Ressort Lebensmittelrecht.

DFV-Vizepräsident Eckhart Neun zur Bedeutung internationaler Qualitätswettbewerbe für das Fleischerhandwerk in nah und fern.

Urkunden und Pokale aus Deutschland sind im Ausland beliebt, denn deutsche Auszeichnungen für Fleischwaren und Wurst beflügeln die Geschäfte. Egal ob IFFA-, DLG- oder Süffa-Wettbewerbe: Medaillen aus dem Land der Wurstkultur kurbeln den Abverkauf an und gelten als Krönung im Marketingmix. Das sichert dem Fleischerhandwerk in der Bundesrepublik den guten Ruf rund um den Globus und führt junge Menschen aus dem Ausland zur Ausbildung nach Deutschland. Damit gehen die Metzger aus aller Weit eine Verbindung auf Lebenszeit mit dem Land der Wurstmacher ein.

Mit der Teilnahme an den internationalen Qualitätswettbewerben des Deutschen Fleischer-Verbands (DFV) kann sich jedes beteiligte Fleischer-Fachgeschäft mit der handwerklichen Vielfalt und der Qualität seiner Produkte im internationalen Vergleich messen. Nicht nur die Pokale, Medaillen und Urkunden machen die Wettbewerbe attraktiv. Sie sind auch ein wichtiges Instrument, das die Betriebe gezielt zur Eigenkontrolle und Qualitätssteigerung nutzen. Weil die Einführung von Lebensmitteln aus dem Ausland mit Hürden verbunden ist, hat der DFV auch andernorts Prüfungen durchgeführt.

Herr Neun, Sie waren zu Beginn des Jahres in den USA, Ende April reisen Sie mit einer Delegation nach Moskau. Was ist der Hintergrund dieser Aktivitäten?

Eckhart Neun: Der Deutsche Fleischer-Verband veranstaltet zur IFFA alle drei Jahre große, internationale Qualitätswettbewerbe. Sie sollen Betrieben im In- und Ausland die Gelegenheit geben, ihre Produkte bewerten zu lassen. Die Weltleitmesse für Fleischverarbeitung vor unserer Haustür ist der ideale Rahmen für diesen Qualitätswettstreit. Die auf der IFFA erworbenen Medaillen und Urkunden sind nicht nur ein Beleg besonderer Produktqualität, sondern auch hervorragende Werbemittel. Dementsprechend beliebt sind unsere Auszeichnungen im In- und Ausland, wobei der Anteil der Kollegen aus Deutschland, die bei uns mitmachen, aber überwiegt. Dennoch freuen wir uns über die vielen Teilnehmer aus Europa – hier sind vor allem die spanischen und französischen Kollegen sehr gut vertreten – und aus dem Rest der Welt. Besonders in den USA, in Russland und Asien scheinen die Wettbewerbe bekannt und beliebt zu sein. Das macht uns ein wenig stolz.

Foto: DFV
Warum führen Sie Prüfungen auch andernorts durch?

Neun: Wie gesagt, traditionell nehmen an unseren IFFA-Wettbewerben viele Betriebe aus dem Ausland teil. Für unsere europäischen Nachbarn ist dies kein Problem, sie können ihre Proben, wie die Kollegen aus Deutschland, einfach per Post nach Frankfurt senden. Schwieriger ist das für Teilnehmer von außerhalb der Europäischen Union. Hier haben sich die Einfuhrbestimmungen in den letzten Jahren extrem verschärft, so dass der DFV in der Vergangenheit schon mehrfach besondere Auslandsprüfungen durchgeführt hat. So waren wir vor der IFFA 2013 in Moskau und haben dort Produkte aus Russland und dessen Nachbarländern geprüft. Im Januar diesen Jahres waren wir erstmals in den Vereinigten Staaten und haben dort einen wirklich außergewöhnlichen Wettbewerb abgehalten (Im Land von Bacon und Meatsticks). Mitte April fahren wir wieder mit einem Team nach Moskau.

Wie funktioniert das? Das ist doch sicher ein hoher Aufwand.

Neun: Diese besonderen Auslandsprüfungen organisieren wir zumeist mit Partnerverbänden in den Austragungsländern, oder zumindest mit einer dort ansässigen Organisation. Diese übernimmt üblicherweise die Kommunikation mit den dortigen Betrieben sowie die Anmeldeprozedur. Wir unterstützen von der DFV-Geschäftsstelle aus die Vorbereitung der Prüfung, indem wir bei der Auswahl des geeigneten Austragungsorts oder der Materialbeschaffung beratend zur Seite stehen. Dabei achten wir auch darauf, dass diese Sondermaßnahme kostendeckend umgesetzt werden kann. Das heißt, dass alle anfallenden Kosten einschließlich Reisekosten der Prüfer, von den Prüfungsgebühren abgedeckt werden. Daher sind Sonderprüfungen im Ausland immer deutlich teurer als die IFFA-Prüfungen auf dem Frankfurter Messegelände. Für die Teilnehmer rechnet sich das trotzdem, da für sie Gebühren, Zoll und hohe Portokosten wegfallen. Von den bürokratischen Hürden, die für kleine Betriebe kaum zu bewältigen sind, ganz zu schweigen.

Was ist dabei der Nutzen für das deutsche Fleischerhandwerk?

Neun: Indem wir den internationalen Charakter der IFFA-Prüfungen stärken, werten wir die Wettbewerbe insgesamt auf. Jeder teilnehmende Betrieb kann mit Fug und Recht sagen, dass er Medaillen und Urkunden auf einem internationalen Wettbewerb gewonnen hat, der diesen Namen auch verdient, da wir, egal ob hier oder woanders, nach den gleichen, hohen Standards prüfen. Damit steigern wir auch die Bekanntheit und das Ansehen des Fleischerhandwerks im In- und Ausland. Zudem ergeben sich für die beteiligten Verbände oft sehr gute Kontakte. So werden wir mit dem amerikanischen Fleischerverband AAMP in Zukunft sicher enger zusammenarbeiten. Die ersten offiziellen Gespräche sind auf der IFFA geplant.

Die Anmeldung zu den Wettbewerben ist noch bis zum 27. April möglich: www.fleischerhandwerk.de/iffa.

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