IFFA 2016 Messe ist riechen, sehen, schmecken

Donnerstag, 24. März 2016
Wolfgang Marzin ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt.
Foto: Messe Frankfurt
Wolfgang Marzin ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt.

Vom 7. bis 12. Mai ist wieder IFFA-Time. Fünf Tage lang ist das Frankfurter Messegelände die Heimat der Fleischer aus Deutschland und der Welt.

Die FleischWirtschaft sprach mit Gastgeber Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt, über das Branchenereignis.

Die Branche setzt hohe Erwartungen in ihre Leitmesse. Was muss eine die IFFA leisten, um Aussteller und Besucher zufriedenzustellen?

Wolfgang Marzin: Die IFFA ist die internationale Leitmesse der Fleischwirtschaft. Dies ist nicht nur ein Slogan, sondern eine konkrete Verpflichtung. Was also leistet die IFFA? Lassen Sie mich die wichtigsten Punkte anführen: Die IFFA 2016 ist komplett ausgebucht und präsentiert 1.000 Aussteller aus etwa 50 Ländern, was einem Zuwachs von 4 % gegenüber 2013 entspricht. Sie zeigen Innovationen und Trends für alle Prozessstufen der Fleischverarbeitung. Alle drei Jahre präsentieren die nationalen und internationalen Marktführer erstmals hier ihre Innovationen. Wir haben einen außerordentlich hohen Internationalitätsgrad auf Aussteller- wie auf Besucherseite: über 60 % der Fachbesucher und 57 % der ausstellenden Unternehmen kommen aus dem Ausland. Insgesamt reisen rund 60.000 Fachbesucher aus 144 Ländern an, um sich auf der IFFA die wichtigen Impulse für ihre geschäftliche Zukunft zu holen.

Sie geben der Branche das Gefühl, auf dem Frankfurter Messegelände – einem der größten Handelsplätze der Welt – zuhause zu sein. Was haben ein Messemann und ein Fleischmann gemeinsam?

Marzin: Ich bin überzeugt, dass Messen selbst in unserer digitalen Welt enorm wichtig sind, weil sie Menschen zusammenbringen und Produkte erlebbar und mit allen Sinnen erfassbar machen. Messe ist riechen, sehen, schmecken, hören, fühlen. Es ist und bleibt unschlagbar, alle Sinne ansprechen zu können. In meinen Augen besteht hier eine klare Verbindung zum Fleischer, der genau mit diesen Sinneswahrnehmungen arbeitet, um seinen Kunden von der Qualität seines hochwertigen Produkts zu überzeugen.

Vor drei Jahren standen die Aussteller dem neuen Geländekonzept eher skeptisch gegenüber. Wie gestaltete sich jetzt die Belegung der Halle 11?

Marzin: Das neue Geländekonzept hat sich sehr bewährt und wird deshalb in 2016 unverändert weitergeführt. Das heißt, alle Aussteller, die 2013 mit uns die neue Halle 11 für das Fachpublikum eröffnet haben, sind dort auch 2016 wieder zu finden – und es sind weitere hinzugekommen, soweit es die Platzverhältnisse überhaupt noch zuließen. Produktgruppen wie Verpacken, Messen, Wägen und Schneiden haben hier also einen neuen, sehr attraktiven Standort gefunden. Mit dem Neubau der benachbarten Halle 12, die erstmalig zur IFFA 2019 zur Verfügung stehen wird, kann es uns dann gelingen, den Kreis der IFFA-Hallen im Westgelände der Messe Frankfurt zu schließen, und die IFFA auf höchstem infrastrukturellem Niveau weiterzuentwickeln.

Welche Schwerpunktthemen haben Sie und Ihre Partner für die IFFA ausgemacht?

Marzin: Aus den Schwellenländern Asiens, Südamerikas und Osteuropas steigt die Nachfrage nach moderner und effizienter Technik zur Verarbeitung und Verpackung von Fleisch und Fleischwaren. Neben der Quantität spielt hier die Qualität eine zunehmend wichtige Rolle. Die Anforderungen an Produktsicherheit und -qualität sowie Rückverfolgbarkeit steigen. In westlichen Ländern liegt der Fokus auf der Optimierung der Produktivität durch Energieeffizienz, hohen Output, einfache Reinigungsprozesse, zunehmende Automatisierung sowie Nachhaltigkeitslösungen.

Zur Person

Wolfgang Marzin ist seit 1. April 2010 Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt, der größten Messegesellschaft weltweit mit eigenem Gelände. Er ist unter anderem Mitglied im Vorstand des Auma (Ausstellungs- und Messeausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V.), Mitglied im Board of Directors des UFI (The Global Association of the Exhibition Industry) und Vice President im Vorstand des EMECA (European Major Exhibition Centres Association). Zuvor arbeitete der Speditionskaufmann und Betriebswirt für Messen in Leipzig, Düsseldorf und München.
Im Fleischerhandwerk gilt es neue Entwicklungen im Verzehrsverhalten der Verbraucher aufzugreifen. Außerdem spielt Regionalität bei der Kaufentscheidung eine große Rolle. Investitionen in die Energieeffizienz und in die Vereinfachung von Arbeitsprozessen sowie Verbesserungen im Bereich der Hygiene in Verkauf und Produktion sind ebenso wichtige Branchenthemen.

Keine Messe ohne Begleitprogramm. Welchen Kriterien folgt das Rahmenkonzept?

Marzin: Das vielfältige Rahmenprogramm rundet das Angebot in den Hallen ab und greift aktuelle Branchenentwicklungen auf. Fachvorträge mit Best-Practice-Beispielen, Sonderschauen, Podiumsgespräche und Wettbewerbe bieten den Besuchern Gelegenheit, sich zu informieren, zu diskutieren und neue Kontakte zu knüpfen. In diesem Jahr haben wir neben den bewährten Höhepunkten, wie etwa den internationalen Qualitätswettbewerben des Deutschen Fleischer-Verbands auch einige neue Angebote. Das neue IFFA Forum z.B. bietet an fünf Messetagen Expertenvorträge kombiniert mit praktischen Anwendungsbeispielen von Ausstellern und stellt täglich einen wichtigen Branchentrend in den Mittelpunkt.

Was erhoffen Sie sich von der kommenden Messe und wie sehen Sie ihre Entwicklung?

Marzin: Die IFFA hat in den letzten Jahren ihre Internationalität auf Aussteller- und Besucherseite ausgebaut. Das hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass weltweit der Fleischkonsum steigt und damit auch die Nachfrage nach effizienter Technik zur Verarbeitung und Verpackung von Fleisch. Der deutsche Maschinenbau ist in diesem Bereich Weltmarktführer und wird weltweit hoch geschätzt. Die Zahlen des VDMA-Fachverbands, die auch in 2016 von einem Wachstum von 3-5 % ausgehen, sprechen hier für sich. Gleichzeitig ist die IFFA ein Pflichttermin für das Fleischerhandwerk, das nach wie vor zu den wichtigsten Besuchergruppen zählt. Wer als Fleischer nach vorne denkt und sein Handwerk weiterentwickeln will, der kommt um einen Besuch der IFFA nicht herum. Ich würde sagen, dies ist eine starke Basis für eine erfolgreiche IFFA 2016 und für eine vielversprechende Weiterentwicklung am Standort Frankfurt gemeinsam mit unseren Partnern VDMA und DFV.

Eignet sich die IFFA als Blaupause für andere internationale Messestandorte?

Marzin: Als exakte Blaupause vielleicht nicht, denn die IFFA in Frankfurt wird sicher auch in Zukunft die globale Leitmesse, die „Nr. 1 der Fleischwirtschaft“, bleiben. Aber wir sind ja bereits heute mit Fachmessen zu den Themen Fleischwirtschaft und Lebensmitteltechnologie auf drei Kontinenten vertreten, neben Frankfurt etwa in Schanghai, Buenos Aires und Moskau. Wenn es also darum geht, für Lieferanten und Kunden weltweit neue Märkte zu schaffen und zu pflegen, ist die Messe Frankfurt bestens aufgestellt. Denn wir kennen die Bedürfnisse der Branche und arbeiten eng mit Partnern zusammen.

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