Jubiläum: Feines Gespür für Trends
AVO
Der Erweiterungsbau im Jahr 2020 am Stammsitz in Belm. Im Gebäude ist unter anderem ein vollautomatisiertes Hochregallager mit 15.000 Palettenstellplätzen untergebracht.
Der Erweiterungsbau im Jahr 2020 am Stammsitz in Belm. Im Gebäude ist unter anderem ein vollautomatisiertes Hochregallager mit 15.000 Palettenstellplätzen untergebracht.

BELM 100 Jahre AVO-Werke August Beisse. Kundenindividuelle Entwicklungen dominieren das Handeln des Geschmacksspezialisten.

Guter Geschmack, hohe Qualität und ein feines Gespür für Trends. Das sind nach Einschätzung der AVO-Geschäftsführung die Grundpfeiler für den Erfolg der AVO-Werke August Beisse. Heute gehört das Unternehmen mit seinen 650 Mitarbeitern mit zu den bedeutendsten Herstellern für Verarbeitungsgewürze in Europa. Dabei liefert es mehr als 8.000 Produkte an Kunden aus der Lebensmittelbranche.


August Beisse, Friedrich Vodegel sen. und Friedrich Schnittker gründeten am 15. September 1921 die „Handelsgesellschaft für Bodenerzeugnisse m.b.H.“ als gleichberechtigte Teilhaber. Schon nach drei Jahren stellte sich das Handelsunternehmen angesichts der rasanten Entwicklung in der Landwirtschaft und im Fleischereigewerbe neu auf: Das Geschäftsmodell wandelte sich von der Handelsgesellschaft hin zum Produzenten von Gewürzmischungen zur Herstellung von Fleischwaren.

Ein Team: Die AVO-Geschäftsführer Guido Maßmann (links) und Bernhard Loch.
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Ein Team: Die AVO-Geschäftsführer Guido Maßmann (links) und Bernhard Loch.
Die Produktion und Verwaltung wurde 1924 vom Ort Bramsche ausgehend in Osnabrück aufgebaut. Die Firmierung änderte sich in „AVO-Werke August Vodegel GmbH Bramsche Osnabrück“. Seither diente August Vodegel, Vater von Friedrich Vodegel, als Namensgeber. Nur weitere vier Jahre später waren die Räumlichkeiten zu klein und das Unternehmen zog innerhalb Osnabrücks an die Wachsbleiche. August Beisse war inzwischen alleiniger Inhaber und änderte die Firmierung 1929 in „AVO-Werke GmbH August Beisse“.

Im Jahr 1944 brannten die Firmengebäude komplett nieder. Nach dem Wiederaufbau starb Firmengründer August Beisse 1950. Sein Sohn Jochen Beisse führte das Unternehmen fort, verunglückte jedoch vier Jahre später bei einem Autounfall tödlich. Auf Wunsch der Witwe von August Beisse und alleinigen Inhaberin übernahm im Jahr 1955 Dr. Otto Breun, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater aus Mannheim, die Leitung des Unternehmens und erwarb die Kapitalmehrheit. Seit dieser Zeit befindet sich Avo weiterhin im Familienbesitz. Unter Dr. Breun wurde die Firma neu strukturiert. Hilfsmittel gewannen in der Fleisch- und Wurstproduktion an Bedeutung.

Die Gebäude in Osnabrück waren Mitte der 1960er Jahre so stark renovierungsbedürftig, dass ein Neubau vernünftiger schien. In Belm, nordöstlich von Osnabrück, entstand 1968 am heutigen Standort der neue Firmensitz. Im Jahr 1969 fand dort auch das erste Fachseminar statt. In eigenen Labors und einer Abteilung für Produktentwicklung wurden neue Mischungen und Lösungen für die Anforderungen in der Fleisch- und Wurstproduktion entwickelt.

Blick in die Abfüllung.
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Blick in die Abfüllung.
Seit 1996 wird das Unternehmen von Bernhard Loch und Guido Maßmann geleitet. Bernhard Loch verantwortet die Geschäftsbereiche Produktion, Logistik sowie die Verwaltung, Guido Maßmann den Vertrieb, das Marketing sowie die Produktentwicklung.

Von 1995 bis 2020 stieg der Jahresumsatz von 44 Mio. auf fast 200 Mio. Euro. In diesem Zeitraum wuchs das Unternehmen von 252 auf 650 Mitarbeitende. Mehr als 8.000 Artikel, davon zwei Drittel kundenindividuelle Entwicklungen, zeigen die Wirkung der strategischen Neuausrichtung. Zu den Kunden zählen Unternehmen aus dem Lebensmittelhandwerk, der Lebensmittelindustrie sowie dem -handel.

Unter der Doppelspitze Loch und Maßmann wurde das internationale Geschäft systematisch ausgebaut. 1993 erfolgte die Übernahme von Les Epices d‘Ingwiller in Frankreich. Vier Jahre später gründeten die Belmer im polnischen Kobierzyce ein Tochterunternehmen. Den wirtschaftlichen Erfolg nutzt AVO und investiert in moderne Anlagen- und Produktionstechnik sowie in die Optimierung von Prozessen. So wurde zuletzt im Herbst 2020 ein neues Logistikzentrum für Fertigwaren mitsamt eines vollautomatischen Hochregallagers in Betrieb genommen.

Das Unternehmen

  • Standorte: Belm (Deutschland), Ingwiller (Frankreich), Kobierzyce (Polen)
  • Mitarbeiter: 750 insgesamt, 650 am Hauptstandort in Belm (Kreis Osnabrück)
  • Produkte: 8.000
  • Jahresoutput: 46.000 t Rohgewürze, Kräuter etc.
  • Umsatz: 200 Mio. Euro (2019), davon 23 Prozent im Export
  • Kunden: Lebensmittelhersteller sowie Lebensmitteleinzelhandel im B2B-Segment sowie das Handwerk (im Bereich Fleischverarbeitung)

Weitere Meldungen über AVO finden Sie hier.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 10/2021
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