Jubiläum bei Schulte: „Wir kennen den Landwir...
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Mirko und Sarah Dhem (links) verkörpern die dritte Generation des traditionsreichen Fleischverarbeiters. Werner und Brunhilde Schulte haben das Familienunternehmen bislang sehr erfolgreich geleitet.
Mirko und Sarah Dhem (links) verkörpern die dritte Generation des traditionsreichen Fleischverarbeiters. Werner und Brunhilde Schulte haben das Familienunternehmen bislang sehr erfolgreich geleitet.

LASTRUP Seit 1948 steht Schulte – Lastruper Wurstwaren für Produkte rund um die Schweinezunge sowie traditionelles Fleischerhandwerk. In diesem Jahr feiert das Familienunternehmen 70-jähriges Bestehen.

Seit drei Generationen dreht sich unter heutiger Leitung von Werner Schulte und Sarah und Mirko Dhem aus Tradition für den guten Geschmack und mit hohem Qualitätsanspruch noch immer alles um das herzhafte Wurstvergnügen. Ziel des Unternehmens, das mittlerweile rund 90 Mitarbeiter beschäftigt, ist es, die Fertigkeiten der traditionellen Fleischerhandarbeit in die Moderne zu führen.

Auf etwa 4.700 qm Produktionsfläche übernehmen zwar moderne Maschinen viele Arbeiten, die wichtigen Arbeitsschritte werden bei Schulte aber nach wie vor von Hand durchgeführt, da diese zur Qualität der über 150 angebotenen Fleischwaren maßgeblich beiträgt. Für Zungenwurst und andere Zungenspezialitäten, für die Schulte auch international bekannt ist, werden die Schweinezungen noch immer schonend mit der Hand abgesucht und weiter veredelt.

Dem Tierwohl verbunden

Schweinezunge, Fleischerhandwerk und Qualität stehen auch nach 70 Jahren an erster Stelle. Das Familienunternehmen setzt inzwischen aber auch verstärkt auf Projekte, die die seit Jahrzehnten im Betrieb gelebten Ansprüche mit einer transparenten Wertschöpfungskette und dem Tierwohl-Gedanken verbinden. Was von vielen Verbrauchern verlangt, vom Lebensmittel-Einzelhandel bisher jedoch nur vereinzelt umgesetzt wird, bringt Schulte bereits seit September 2016 mit dem Konzept „Wir kennen den Landwirt“ in die Bedientheke. Vermarktet wird Fleisch aus alternativen Haltungsformen von Tieren, die nicht aus anonymer Haltung stammen.
Mirko und Sarah Dhem im Aktivstall für Schweine bei Landwirtin Gabriele Mörixmann in Melle.
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Mirko und Sarah Dhem im Aktivstall für Schweine bei Landwirtin Gabriele Mörixmann in Melle.
Das Konzept rückt eine transparente Lieferkette vom Landwirt bis zum Fleischer sowie den wertschätzenden Umgang mit dem Tier in den Fokus. Zu den Fleischlieferanten gehört unter anderem Landwirtin Gabriele Mörixmann mit ihrem Aktivstall für Schweine. Sie bietet ihren Schweinen auf Spaltenböden und Stroheinstreu doppelt so viel Platz wie es in der konventionellen Schweinehaltung vorgeschrieben ist. Zusätzlich zu verschiedenen Stallbereichen, gibt es dort Beschäftigungsmöglichkeiten und Frischluft-Terrassen. Ein weiterer Landwirt ist Jens van Bebber vom Hof Bodenkamp, der mit der Rasse Buntes Bentheimer Schwein eine alte und fast ausgestorbene Landrasse in das Programm liefert. 

Kurze Transportwege sowie eine schonende Schlachtung bei Brand Qualitätsfleisch in Lohne unterstützen Schultes Bestreben, die gesamte Lieferkette transparent und unter Tierwohl-Aspekten zu gestalten. Welches Tier von welchem Landwirt an welchem Tag auf dem Schlachthof geschlachtet wurde, ist jederzeit nachvollziehbar. Bevor das Fleisch im Groß- oder Einzelhandel angeboten wird, wird es bei Schulte durch Fachkräfte nachhaltig und handwerklich verarbeitet.

Gegenseitiges Vertrauen

Als Betrieb mit langer Tradition hat sich Schulte die Vergangenheit zum Vorbild genommen. Zusammenarbeit zwischen Landwirt, Schlachter und Fleischer waren eng; das gegenseitige Vertrauen, aber auch das Vertrauen der Kunden in Wurst und Fleisch war groß. Was früher ganz normal war, wollen die Lastruper Wurstwaren wieder etablieren.
Das Betriebsgelände in Lastrup.
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Das Betriebsgelände in Lastrup.
Mit Transparenz entlang der Lieferkette führen Sarah und Mirko Dhem das Fleischerhandwerk somit in die Zukunft. Sie spüren das steigende Interesse seitens der Verbraucher nach mehr Transparenz und Fleisch aus alternativen Haltungsformen, doch noch spiegelt der tatsächliche Verkauf das Interesse nicht wider. Wichtig ist Schulte, dass der Verbraucher lernt und akzeptiert, dass dieses Fleisch aufgrund höherer Tierwohlstandards und Erzeugerpreise oft doppelt so teuer ist wie ein herkömmliches Discounterprodukt. Das Unternehmen stellt sich zusammen mit vielen Partnern einer Herausforderung, die nur gemeinsam gemeistert werden kann.

In einigen ausgewählten Geschäften der Region und an den Frischetheken von Kramerhof in den „aktiv & irma“-Verbrauchermärkten sind die Fleischwaren bereits seit Mai 2017 erhältlich und werden gut angenommen. Auch Kalieber, die junge Premiummarke aus dem Hause Schulte, entwickelt sich positiv.

Weblink zum Unternehmen.

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