Kooperation ermöglicht Kettenschluss

Dienstag, 29. Juli 2014
Foto: mm

Im „Fettfleck“ Westflandern werden mehr als 50 Prozent der belgischen Schweine gemästet. In dieser Region ansässige Schlachtbetriebe profitieren von ausreichenden Kapazitäten und kurzen Transportwegen. Die Kooperation zwischen Groep de Brauwer und Danis ermöglicht Kettenschluss.

Die Groep de Brauwer bezieht 80 Prozent ihrer Schweine aus einem Umkreis von 30 Kilometern um ihren Schlachthof in Ruiselede.

Mehr als 90 Prozent der Mäster stehen in langjährigen Geschäftsverbindungen zu Firmengründer Jacques de Brauwer und Geschäftsführer Luc de Lille.

Die Erzeuger erhalten via Webseite ein regelmäßiges Feedback über die Qualität ihrer Tiere.

Während in Ruiselede jährlich circa 900.000 Schweine bei einer Stundenleistung von 450 Stück an die Haken kommen, ist der zweite Schlachthof in Miteigentümerschaft der Gruppe am Stammsitz in Tielt mit jährlich 1,3 Mio. Stück voll ausgelastet.

Vermarktet werden ausschließlich Karkassen und Schlachtnebenprodukte. Luc de Lille: „Unsere Kunden sind Zerlege- und Fleischveredelungsbetriebe sowie die Fleischwarenindustrie.“ Für die Abnehmer klassifiziert die Gruppe die Schweinehälften nach deren Spezifikation.

30 Prozent der Karkassen bleiben auf dem belgischen Markt, den Rest exportiert die Gruppe – mit 30 Prozent steht Deutschland bei der abgenommenen Menge auf Platz eins vor Polen, Italien und Großbritannien.

Die Firmenanteile der Groep de Brauwer befinden sich im Besitz zweier Parteien: Gründer Jacques de Brauwer beobachtete vor einigen Jahren die Konsolidierungswelle in der belgischen Fleischbranche und wollte sein Unternehmen breiter aufstellen. Im Frühjahr 2013 fand sich Danis BV aus dem benachbarten Koolskamp als idealer Kooperationspartner.

Die beiden Unternehmen decken nun die gesamte Produktionskette ab, bleiben aber unter dem bisherigen Management selbstständig: Danis mit einem Jahresumsatz von rund 220 Mio. Euro erzeugt als gleichzeitiger Spezialist für die Futtermittelproduktion wöchentlich 18.000 Mastschweine, De Brauwer verantwortet Schlachtung und Vermarktung und erzielt einen jährlichen Umsatz von 165 Mio. Euro.

Bis Ende 2016 soll in Ruiselede eine stattliche Erweiterungsmaßnahme abgeschlossen sein: Rund sechs Millionen Euro fließen in neue Schnellkühlanlagen, Kühlhäuser für die Schweinehälften und Büroräume. Aufgrund der Ortsrandlage und des großzügig bemessenen Betriebsgeländes von 6,5 Hektar rechnen die Investoren mit einer problemlosen Baugenehmigung. Den künftigen Einstieg in die Zerlegeschiene schließen De Brauwer und De Lille derzeit aus: „Unser Ziel bleibt es, unseren Kunden Karkassen in Top-Qualität zu liefern.“

Zum Foto: Jacques de Brauwer (links) und Luc de Lille visieren eine umfangreiche Erweiterung der Kühl- und Tiefkühllager am Schlachthof-Standort in Ruiselede an.

Zur Website: Group de Brauwer

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