Kükenschreddern In der Schweiz ab 2020 verboten

Freitag, 01. November 2019
Das Töten männlicher Küken soll nach Meinung der Bundesregierung schnellstmöglich ein Ende haben.
Foto: pixabay.com / Henri1407
Das Töten männlicher Küken soll nach Meinung der Bundesregierung schnellstmöglich ein Ende haben.

Das Schreddern von lebenden Küken ist in der Schweiz ab dem 1. Januar 2020 verboten. Eine entsprechende Änderung der Tierschutzverordnung hat der Bundesrat jetzt beschlossen.

Weiterhin erlaubt bleibt aber die Kükentötung mit CO2. Nach Angaben des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) ist in der Schweiz derzeit das Schreddern von lebenden Küken noch zulässig. Bei dieser Tötungsmethode würden die männlichen Tiere durch einen mechanischen Vorgang getötet. Die Methode sei jedoch in den letzten Jahren nur noch in wenigen Brütereien und nur in Ausnahmefällen zum Einsatz gekommen.

Laut BVL sind in der Schweiz die kantonalen Veterinärdienste für den Vollzug der Tierschutzverordnung zuständig. Sie würden ab dem kommenden Jahr im Rahmen ihrer Kontrolltätigkeit sicherstellen, dass das Verbot in den betroffenen Betrieben eingehalten werde.

Eine Alternative zu den bestehenden Tötungsmethoden biete die sogenannte Methode der Geschlechtsbestimmung im Brutei, erläuterte das Bundesamt. Mit dieser Methode sei es möglich, sehr früh nach der Befruchtung das Geschlecht der Küken zu bestimmen. So könnten die Bruteier von männlichen Legeküken frühzeitig eliminiert werden, und männliche Legeküken würden dadurch gar nicht mehr ausgebrütet.

Momentan würden diese neuen Methoden aber noch nicht breit angewendet, so das BVL. Mehrere internationale Firmen und Universitäten forschten und entwickelten jedoch in diesem Bereich unter Hochdruck eine kommerzielle Methode, was auch im Interesse der Schweiz sei.

In Deutschland ist das Töten männlicher Küken weiter zulässig, allerdings nur noch übergangsweise. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte Mitte Juni dieses Jahres geurteilt, dass das wirtschaftliche Interesse an speziell auf eine hohe Legeleistung gezüchteten Hennen im Sinne des Tierschutzgesetzes für sich genommen kein vernünftiger Grund für das Töten der männlichen Küken aus diesen Zuchtlinien sei. Da jedoch voraussichtlich in Kürze Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei zur Verfügung stünden, beruhe eine Fortsetzung der bisherigen Praxis bis dahin auf einem vernünftigen Grund. Zudem wurde im Koalitionsvertrag vereinbart, dass das Töten männlicher Küken bis zur Mitte der laufendenden Legislaturperiode beendet werden soll.

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