Lehre im Schnelldurchgang

Freitag, 23. August 2013
Foto: Andrew Simon

(Bild: Andrew Simon)
Unis weltweit fordern Praktikumsnachweise, um Praxisnähe und Kompetenz ihrer Studenten sicherzustellen. Gern werden diese auch im Ausland absolviert, um neben Einblicken ins Fach gleichzeitig sprachliche Fertigkeiten zu erwerben.

Metzgermeister Claus Böbel aus Rittersbach beschäftigte mit Andrew Simon bereits den fünften Praktikanten aus Indonesien in seinem Betrieb. „Die erste Anfrage dieser Art erhielt ich vor sechs Jahren als Initiativbewerbung eines Lebensmitteltechnologiestudenten. Er hatte meinen Betrieb aufgrund meiner guten Internetpräsenz entdeckt“, berichtet Böbel.

Seitdem habe er – bis auf eine Ausnahme– jedes Jahr einen indonesischen Studenten im Betrieb gehabt. Seine Metzgerei werde als Anlaufstelle für ein Auslandspraxissemester weiterempfohlen.

Simon ist Student der Lebensmitteltechnologie an der Swiss-German-University of Jakarta. Bereits zu Beginn seines Studiums belegte er Deutschkurse, weil er sein Praktikum in Deutschland absolvieren wollte. Außerdem hat er die Sprache auch privat geübt.

( Bild: Zusammen mit dem Azubi René Rauth übt Simon in der Produktion am Füller. Die Tätigkeit erfordert Fingerspitzengefühl. Fotos: gru)
In Deutschland ist er für die Dauer seines Aufenthalts an der Fachhochschule Soest eingeschrieben. Dort präsentiert er den Abschlussbericht seines Praktikums. Die Fachhochschule unterstützt ihn bei organisatorischen Fragen wie Arbeitsvisum und Krankenversicherung, Böbel gibt dem Student einen Einblick in seine Arbeit mit Fokus auf der Wurstproduktion.

„In sechs Monaten kann man natürlich keine komplette Ausbildung durchziehen, das hier ist eine Lehre im Schnelldurchgang“, so der Rittersbacher. Und weil die praktischen Grundlagen im Studium oft zu kurz kommen, hält er es für sehr wichtig, die Studenten dahingehend zu fördern. Simon erhält eine Vergütung in vergleichbarer Höhe wie die eines Azubis. Auch um die Gastfamilie in einem Nachbarort und die Formalitäten mit der FH kümmert sich Böbel.

Gerade der Papierkram sei beim ersten Praktikanten noch ein größerer Aufwand gewesen. Jetzt weiß der Meister über Anforderungen und Abläufe Bescheid, sodass das Praktikums-Programm völlig problemlos abläuft.

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