Meistertitel ist Teil einer besonderen Gründungskultur

Dienstag, 21. August 2012

In einem Meister-Haushalt aufgewachsen zu sein, spornt viele junge Leute zu einer ähnlichen Karriere an.

Eine Befragung von Meisterschülern an acht Handwerkskammern ergab, dass die Motivation, den Meistertitel anzustreben, vielfach aus dem familiären Umfeld stammte.

Mit seiner Umfrage erforschte das Volkswirtschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh) die Motivation der Handwerksgesellen, wenn sie die Qualifizierung zum Meister oder zum Betriebswirt des Handwerks (BdH) anstreben. Neben dem Ziel Selbstständigkeit steht ebenso die Erwartung, beruflich aufzusteigen oder auf lange Frist eine Arbeitslosigkeit zu verhindern.

Etwa die Hälfte der Betriebswirte des Handwerks will in abhängiger Beschäftigung bleiben. Nur 15 Prozent zeigen Interesse an einer Selbstständigkeit. Ein deutlicher Zusammenhang besteht auch mit der Beschäftigtenzahl der letzten Arbeitsstätte: Kleine Handwerksbetriebe wecken bei ihren Mitarbeitern ein höheres Interesse an der Selbstständigkeit.

Insgesamt lasse sich die Meisterausbildung als ein Teil einer Gründungkultur charakterisieren. Aus dieser Kultur der Selbstständigkeit entstünden unternehmerische Vorbilder, in deren Fußstapfen die Junghandwerker treten wollten, schlussfolgert die Studie. Insgesamt überwiegt dabei eine Tendenz zur Übernahme eines bestehenden Betriebs, besonders bei Männern. Frauen haben dagegen eher eine Neugründung im Blick.
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