Notierung: Schlachtschweine erneut teurer
Notierung

Schlachtschweine erneut teurer

IMAGO / Shotshop, IMAGO / Shotshop

BONN Die Preisrallye für Schlachtschweine in Deutschland und der Europäischen Union setzt sich diese Woche unvermindert fort. Das für die Nachfrage oft zu knappe Lebendangebot wird von den Schlachtbetrieben rege geordert, was erneut zu deutlichen Preisaufschlägen führt.

In Deutschland setzte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) heute ihre Notierung für Schlachtschweine um zehn Cent auf 1,50 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (SG) herauf, womit der Leitpreis innerhalb von vier Wochen um insgesamt 31 Cent pro Kilo gestiegen ist. Er kam allerdings auch von einem sehr niedrigen Niveau.

Angesichts der zu Jahresbeginn noch großen Überhänge am deutschen Markt kommt die Preisentwicklung in diesem Ausmaß für viele Marktbeteiligte überraschend. Der Markt hat sich komplett gedreht und schlachtreife Tiere sind nun gesucht. Die vorhandenen Schlachtkapazitäten sollen laut Experten aus Gründen der Fixkostenbelastung genutzt werden. Zudem will die Branche für die anstehende Grillsaison und die mit Corona-Lockerungen sich wieder verstärkende Nachfrage des Foodservice-Bereichs genügend Ware verfügbar haben. Wie das knappe Ferkelangebot und die auf diesem Markt ebenfalls deutlich steigenden Preise zeigen, ist auch in näherer Zukunft mit einem geringen Schlachtschweineangebot zu rechnen.
Ohne die gleichgerichtete Marktentwicklung in anderen EU-Staaten wäre die momentane Preishausse in Deutschland kaum möglich. Auch dort fehlen - gemessen an der Nachfrage - Schlachtschweine. In Spanien dürfte die morgige Notierung am Mercolleida zum zweiten Mal in Folge um den Maximalbetrag von sechs Cent je Kilo Lebendgewicht (LG) steigen. In Belgien ist der Lebendmarkt ebenfalls nur knapp bestückt und die Schlachtbetriebe konkurrieren dort mit ausländischen Fleischherstellern um die Tiere. Preisaufschläge zwischen sechs und acht Cent je Kilo LG dürften diese Woche die Folge sein.
In Österreich und den Niederlanden sind ebenfalls deutliche Aufschläge auf die Notierung zu erwarten. In Frankreich erfolgt die Hausse in einem langsameren Tempo. Am Marché du Porc Breton wird mit einem Notierungsplus zwischen drei und fünf Cent je Kilo SG gerechnet.
Quelle: fleischwirtschaft.de; AgE
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