Notierungen Die Kurs-Rallye geht weiter

Dienstag, 09. April 2019
Für den edlen Rohstoff Schweinefleisch müssen Fleischverarbeiter und Metzger binnen kürzester Zeit 30 Cent je Kilo Schlachtgewicht mehr bezahlen.
Foto: jus
Für den edlen Rohstoff Schweinefleisch müssen Fleischverarbeiter und Metzger binnen kürzester Zeit 30 Cent je Kilo Schlachtgewicht mehr bezahlen.

Binnen kürzester Zeit klettern die Notierungen für Schlachtschweine um 30 Cent. Experten erwarten abermals Aufschläge. Deutscher Fleischer-Verband rät zum Blick auf die Kalkulation.

Seit der Kalenderwoche elf erholt sich der Preis für Schlachtschweine. Das Tief scheint überwunden – für die Landwirte. Seither müssen aber Schlacht- und Zerlegebetriebe, Verarbeiter, Händler und Metzger für den Bezug von Schweinefleisch sehr viel tiefer ins Portemonnaie greifen. In nicht einmal fünf Wochen schoss die Leitnotierung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) von 1,40 Euro auf 1,70 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht in die Höhe. Vergangene Woche wurde erstmals auch die Ware am Fleischmarkt knapp und teuer.

Mit Blick auf das Osterfest in zehn Tagen bleiben Industrie und Handwerk keine Zeit für taktische Einkaufsspiele. Schweinehälften und Teilstücke müssen in Kürze geordert werden. Dabei ist mit einem erneuten Preisanstieg zu rechnen. Im Gespräch sind fünf Cent je Kilo Schlachtgewicht.

Das Fleischerhandwerk neigt dazu, kurzfristige Preisschwankungen nicht an Kunden weiterzureichen. Davor warnt Präsident Herbert Dohrmann vom Deutschen Fleischer-Verband (DFV) im Gespräch mit der afz. „Angesichts der dramatischen Entwicklung an den Märkten würde ich unseren Betrieben empfehlen, einen kühlen Blick auf ihre Kalkulation zu werfen und sich nicht zu scheuen, rechtzeitig die nötigen Anpassungen vorzunehmen.“ Das notwendige Geldverdienen dürfe nicht auf der Strecke bleiben „während um uns herum die Preise angezogen werden“, so Dohrmann. „Im Handwerk denken und handeln wir gern regional. Doch von den Auswirkungen der ASP auf den globalen Markt sind auch wir nicht abgekoppelt“, bekennt der Meister, der in Bremen fünf Fachgeschäfte betreibt.

Auch der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie (BVDF) schaut sorgenvoll auf die gegenwärtige Preisentwicklung bei Schweinefleisch. Die Mitgliedsbetriebe spüren vor allem die Verteuerung bei Verarbeitungsteilstücken wie Schinken, Bäuche oder Schultern. Dort übertreffen die Preissteigerungen den Anstieg der Notierungen.

Die Kursentwicklung für Schlachtschweine im grafischen Verlauf finden Sie hier:

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