Produktive Tierhaltung kompensiert Kosten

Dienstag, 10. September 2013
Foto: Jos Claeys, Philippe Van Damme und Luc de Lille (von links) referierten zum 8. Roundtable des BMO. Foto: BMO

(Bild: Jos Claeys, Philippe Van Damme und Luc de Lille (von links) referierten zum 8. Roundtable des BMO. Foto: BMO)
Stetig steigende Kosten für Futtermittel, Energie, Wasser, Logistik und Verpackung machen Experten beim 8. Roundtable-Gespräch des Belgian Meat Office (BMO) für schwankende Gewinnmargen der belgischen Fleischbranche verantwortlich.

Seit 2007 seien die Kosten für Weizen, Mais und Sojabohnen kontinuierlich gestiegen, untermauerte Joris Coenen vom BMO, der Absatzförderungs-organisation für belgisches Fleisch, bei dem Gespräch zum Thema „Spekulation und Preis-volatilität als Herausforderung für die Fleischbranche“,
an dem Journalisten aus sieben europäischen Ländern teilnahmen. Mit ihnen diskutierten auch Jos Claeys (Westvlees), Philippe Van Damme (Locks) und Luc de Lille (Groep de Brauwer) als Vertreter belgischer Exportunternehmen.

Wachstum ist realisierbar

75 Prozent der Produktionskosten in der Schweinemast entfallen laut Coenen auf die Futtermittel. Bei nahezu gleichbleibenden Verkaufspreisen für Fleisch habe das die Gewinnschwankungen verstärkt. Hier stelle sich die Frage, warum der Fleischpreis nicht enger an die Preise für Futtermittel gekoppelt sei. Wachstum in seiner Branche hält Jos Claeys dennoch für realisierbar. Der Westvlees-Chef: „Die Marge kann gehalten werden, wenn man die komplette Karkasse absetzen kann.“

Neben dem teuren Futter wirken sich überdies der steigende Energie- Wasser- und Logistikaufwand, Forcierung von Biotreibstoff und Wettereinflüsse auf die Marktstabilität aus. Philippe Van Damme – dessen Unternehmen Locks exportiert 85 Prozent seines verarbeiteten Fleischs – fügte als weiteren Faktor Wechselkursschwankungen hinzu.

Volumen schützt vor Krise

Einig war man sich darüber, dass die europäische Fleischbranche optimistisch in die Zukunft blicken kann: Zwar entfiel auf China die Hälfte von 100 Mio. Tonnen weltweit produzierten Schweinefleischs, aber Europa steuere immerhin auch die 20 bis 25 Prozent bei. In der Gemeinschaft gebe es allerdings aufgrund preiswerter Technologien auch Überkapazitäten beim Schlachten und Zerlegen, betonten die belgischen Firmeninhaber. Denn nur derjenige, der um Volumen kämpfe, gehe aus Krisen gestärkt hervor. Sie gehen deshalb davon aus, dass kleinere und weniger gut organisierte Betriebe künftig verschwinden.

Wie BMO-Marketingleiter Coenen weiter ausführte, erzielten die belgischen Exporteure in jüngster Vergangenheit vor allem in Osteuropa beachtliche Zuwächse. Polen mauserte sich seit seinem EU-Beitritt am 1. Januar 2004 zum zweitwichtigsten Handelspartner für Schweinefleisch aus Belgien. In das osteuropäische Land gelangen elf Prozent der Ausfuhren. Deutschland rangiert mit 38 Prozent weiter auf Platz eins. Die gesamte Exportmenge an Schweinefleisch lag im vergangenen Jahr bei 735,000 t und damit geringfügig unter dem Vorjahreswert von 739.600 t.
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