Protest Polizeieinsatz an Tönnies-Schlachthof

Montag, 21. Oktober 2019

Der Schlachthof Kellinghusen in Schleswig-Holstein wird derzeit von "Tierrechtsaktivisten" blockiert. Das zur Tönnies-Gruppe gehördende Unternehmen soll ab Mittag durch Polizeikräfte geräumt werden. 
Etwa 25 überwiegend vermummte Personen sind in den frühen Morgenstunden in die Gebäude des Schlachthofs eingedrungen um die Verarbeitungsprozesse zu blockieren, sagte ein Sprecher der Tönnies-Gruppe gegenüber unserem Schwesterportal agrarzeitung.de. Die in den Gebäuden anwesenden Mitarbeiter hätten die Produktionsstätte verlassen können. Die Aktion sorgt für einen großen Polizeieinsatz.

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Mittlerweile sei ein Sonder-Einsatz-Kommando (SEK) eingetroffen und warte auf Verstärkung durch Polizeikräfte. Ab den Mittagsstunden sei die Räumung der Gebäude vorgesehen, so der Sprecher. Erschwert werde die Lage durch die Unübersichtlichkeit der vielen Räume in der Produktionsstätte. Eine Zuordnung der Täter, die unter dem Motto "Tear down Tönnies" aufgetreten seien, könne bisher nicht vorgenommen werden. "Sicher ist, dass es sich nicht um Kellinghusener Bürger handelt", so das Unternehmen. Bei der Aktion handele es sich nicht um eine "normale" Protestaktion. Vielmehr seien auch Mitarbeiter bedroht worden, behauptete der Unternehmenssprecher. Und weiter: Es könne erwartet werden, dass im weiteren Verlauf des Tages auch Stellungnahmen seitens politischer Verteter erfolgen werden.

Die Besetzer erklären sich mit ihrem Twitteraccount. Die Aktion richte sich nicht nur gegen die Schlachtung von Tieren, sondern auch gegen die Arbeitsbedingungen der rumänischen Arbeiter. Die Aktivisten widersprechen den Darstellungen von Tönnies, Mitarbeiter bedroht oder Fluchtwege blockiert zu haben. Man habe sich jedoch an die Anlieferwege gekettet, um den Betrieb so aufzuhalten.

Am ehemaligen Thomsen-Schlachthof Kellinghusen werden täglich rund 6.000 Schweine geschlachtet. Die Tönnies-Gruppe als marktführendes Unternehmen der Fleischindustrie sei stellvertretend für die gesamte Fleischindustrie als Ziel ausgewählt worden, hatten die Aktivisten mitgeteilt.
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