Rückblick 2018 Die Themen des Jahres

Freitag, 21. Dezember 2018
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Die Verkürzung der Lehrzeit, Fachkräftemangel, ASP, Tierwohl, Ferkelkastration und die große Hitzewelle: Diese Schlagzeilen begleiteten Schlachter und Zerleger, Verarbeiter und fleischerhandwerkliche Betriebe durch die vergangenen zwölf Monate.

Januar: Aldi startet Tierwohlmarke

Um die beste Auszeichnung von Tierwohlkriterien auf Fleischprodukten ist 2018 ein regelrechter Wettlauf entbrannt. Den Anfang machte Aldi mit seiner Tierwohl-Marke „Fair und gut“. Unter anderem Lidl legte nach, mit dem eigenen Haltungskompass. Die Politik brachte das unter Zugzwang für das staatliche Tierwohlkennzeichen. 
Aldi
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Februar: Abspecken ist gefährlich

Eine mögliche Verkürzung der Lehrzeit für Fachverkäuferinnen auf zwei Jahre bringt die Metzger auf die Barrikaden. Für den Vorschlag der Bäckerkollegen zeigen sie bei den Obermeistertagen des DFV in Würzburg und Hannover wenig Sympathie. Die Beratung müsse sitzen und nicht „von der Waage abgelesen werden“.
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März: GroKo, die Zweite

Nach zähem Ringen unterzeichnen CDU, CSU und SPD im März endlich ihren Koalitionsvertrag. „Viel Licht und Schatten, zahlreiche Allgemeinplätze und nichts zur Entbürokratisierung“ machte DFV-Präsident Herbert Dohrmann darin aus. Erfreulich ist das klare Bekenntnis zur beruflichen Bildung als Erfolgsmodell.
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April: Zollstreit zwischen China und USA

Die Reaktion Chinas ließ nicht lange auf sich warten: Als Donald Trump im März Strafzölle auf Importe von Stahl und Aluminium erließ, zog China bald gleich und verhängte Einfuhrzölle auf 128 US-Produkte, darunter Produkte vom Schwein. Der internationale Markt für Schweinefleisch blieb davon allerdings unbeeindruckt.
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Mai: Meat Vision Day 2018

Macht die Künstliche Intelligenz (KI) bald Schluss mit der Kommunikation von Mensch zu Mensch? Zum Glück nicht, meinte KI-Experte Chris Boos beim Meat Vision Day von afz und „Fleischwirtschaft“ in Frankfurt am Main. Unsere Sprache, das Zusammenspiel der Nuancen und Bedeutungsebenen, überfordert die KI (noch).
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Juni: Weniger Antibiotika für Tiere

Selbst wenn der Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung nicht allein verantwortlich ist für die steigende Zahl an Resistenzen, so ist er doch ein wichtiger Hebel, um dieses medizinische Problem zu lösen. Die Zahlen aus dem Monitoring von QS machen Mut: Der Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung nimmt weiter ab.
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Juli: Auf Tuchfühlung mit der Ministerin

Mitglieder der Nationalmannschaft des Fleischerhandwerks trafen beim Sommerfest des Parlamentskreises Mittelstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Berlin auf „ihre“ zuständige Bundesministerin Julia Klöckner (Mitte). Die Teammitglieder warben bei der Politprominenz für die Ausbildung im Fleischerhandwerk.
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August: Hitzewelle treibt Schweinepreis

Die Hitzewelle treibt nicht nur die Quecksilbersäule nach oben. Auch der Schweinepreis erklimmt längst vergessene Höhen. Schlachtreife Schweine sind europaweit knapp. Mitte August setzt die VEZG ihren Leitindex bei 1,55 Euro fest. In den folgenden Wochen gibt die Notierung allerdings schnell wieder nach.
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September: ASP in Belgien

Die Nervosität steigt: Mit dem ersten Auftreten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Belgien ist die Tierseuche gefährlich nah an Deutschland herangerückt. Nur 60 km liegen zwischen dem Ausbruchsort im Dreiländereck Belgien-Luxemburg-Frankreich und der deutschen Grenze. Sorgfalt und Prävention stehen im Fokus.
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Oktober: Alle wollen weniger

Seit ihrem Amtsantritt ringt Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) mit den Herstellern von Lebensmitteln um die im Koalitionsvertrag vorgesehene Reduktionsstrategie. Erstes Zwischenergebnis: eine freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft, ab 2019 Zucker, Fett und Salz in Fertiggerichten zu reduzieren.
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November: Einigkeit beim Tierwohl-Label

Bundesministerin Julia Klöckner (CDU) und die Wirtschaft verständigen sich auf ein freiwilliges Kennzeichen. Das staatliche Siegel soll – ähnlich wie in Dänemark – dreistufig werden. Bereits in der Eingangsstufe sollen die Anforderungen oberhalb des gesetzlichen Standards liegen. Erste Produkte sollen 2020 im Handel sein.
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Dezember: Kastration erhält Aufschub

Nach zahlreichen teils emotional geführten Debatten besiegelt der Bundesrat die Verlängerung der Gnadenfrist für die betäubungslose Ferkelkastration. Es gibt zwei Jahre Aufschub. Aber keinen Tag mehr, das hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner bereits im Vorfeld der Abstimmung klar gemacht.
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