Rückblick 2020 Die Themen des Jahres

Mittwoch, 23. Dezember 2020
Foto: imago images / Panthermedia

Knüllerpreise erhitzen die Gemüter, Corona erreicht Deutschland, Fleischer sind systemrelevant, Zoff um Werkverträge, Grünes Licht für den Nutri-Score und die Afrikanische Schweinepest: Diese Schlagzeilen begleiteten Schlachter und Zerleger, Verarbeiter und fleischerhandwerkliche Betriebe durch die vergangenen zwölf Monate.
Eine Bildergalerie mit den nachfolgenden Themen des Jahres 2020 finden Sie am Ende dieses Beitrags. Dort finden Sie auch weitere Fotostrecken mit den Köpfen des Jahres sowie den afz-Titelbildern.

Januar: Dumping wird Chefsache

Wer gute Lebensmittel will, muss dafür auch bezahlen: Das Jahr startet mit Diskussionen um die Lockangebote für Fleisch. Kanzlerin Merkel macht das Thema schließlich zur Chefsache und zitiert die Manager des Handels nach Berlin. Politik und Lebensmittelhandel einigen sich letztlich auf mehr Fairness in der Lebensmittelkette.

Februar: Seitz wird Chefin in Sachsen

Mit Nora Seitz (Mitte) bekommt das deutsche Fleischerhandwerk seine erste Landesinnungsmeisterin im Freistaat: Die DFV-Vizepräsidentin aus Chemnitz folgt an der Spitze des Sächsischen Fleischer-Innungs-Verbands (SFIV) auf Thomas Keller (links). Die Wahl erfolgte im Zuge des zweiten Mitteldeutschen Verbandstags in Eisenach.

März: Fleischer sind systemrelevant

Das Coronavirus hält die Welt in Atem, Deutschland startet Mitte März in seinen ersten Lockdown zur Eindämmung der Pandemie. Das Fleischerhandwerk hat dabei Glück im Unglück und wird als „systemrelevant“ eingestuft. Es muss zwar die gastronomischen sowie Catering-Angebote runterfahren, die Fachgeschäfte aber bleiben offen.

April: Boddenberg wird Minister

Dass die Fleischer einen Vollblutpolitiker in ihren Reihen haben, wird ihnen bei der Berufung von Michael Boddenberg zum hessischen Finanzminister bewusst. Der geschäftsführende Gesellschafter der J. A. Heyne GmbH & Co. und Mitgründer des Juniorenverbands übernimmt die Nachfolge des verstorbenen Thomas Schäfer.

Mai: Werkverträge auf Abschussliste

Nach gehäuften Corona-Infektionen in Schlachthöfen beschließt das Kabinett das „Arbeitsschutzprogramm für die Fleischwirtschaft“. Zentrales Element ist das Verbot von Werkverträgen und Arbeitnehmerüberlassung. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sieht strukturelle Probleme in der Fleischindustrie und will gründlich aufräumen.

Juni: Steuersenkung beschlossen

Die Bundesregierung beschließt ein 130 Mrd. Euro schweres Konjunkturprogramm. Unter anderem sinkt die Mehrwertsteuer zur allgemeinen Belebung der Wirtschaft befristet für ein halbes Jahr. Vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2020 fallen die Sätze von 19 auf 16 Prozent und von sieben auf fünf Prozent.

Juli: Mehr Zeit zum Nachrüsten

Aufatmen im Handwerk: Bis 30. September müssten nach dem Willen des Bundesfinanzministeriums alle Kassensysteme mit einer TSE nachgerüstet sein. Im Juli verständigen sich die Finanzminister der Länder allerdings darauf, die Frist zu verlängern, wenn rechtzeitig der Auftrag zur Nachrüstung erteilt wurde.

August: Grünes Licht für Nutri-Score

Die Einführung des Nutri-Score in Deutschland kommt einen wichtigen Schritt voran: Das Bundeskabinett billigt die Verordnung, die im November in Kraft tritt. Nun kann die Nährstoffkennzeichnung per Ampelsystem rechtssicher angewendet werden – freiwillig. In Brüssel tritt der Deutsche Fleischer-Verband (DFV) dafür ein, dass das auch so bleibt.

September: ASP erreicht Deutschland

Was lange befürchtet wurde, tritt nun ein: Deutschland hat den ersten bestätigten ASP-Fall bei einem Wildschwein. In der Folge brechen wichtige Exportmärkte für Schweinefleisch weg, insbesondere in Asien. Der Leitpreis für Schlachtschweine sackt um 20 Cent ab auf 1,27 Euro und verharrt über Wochen auf diesem Niveau.

Oktober: Fleischer dürfen sich treffen

Mit der Terminplanung beweist das Fleischerhandwerk ein gutes Näschen: Während die meisten Präsenztermine im Jahr 2020 coronabedingt ausfallen, kann der DFV-Verbandstag in Fulda stattfinden. Präsident Herbert Dohrmann zieht ein positives Fazit: Politisch habe man für mehr Wahrnehmung gesorgt und mehr Gehör gefunden als üblich.

November: Markt im Krisenmodus

Die coronabedingt eingeschränkten Schlachtkapazitäten sorgen für einen mächtigen Stau in Deutschlands Ställen. Wöchentlich fehlen zwischen 20.000 und 40.000 Schlachtungen. Das bringt massive Tierschutzprobleme mit sich, und der Schweinepreis gerät noch stärker unter Druck: Er sinkt auf 1,19 Euro je Kilo SG.

Dezember: Handel hebt Fleischpreise

Es geht wieder um Preise: Für bessere Erzeugerpreise belagern Landwirte verschiedene Zentrallager des Handels. Ein Krisengespräch bringt schließlich Einigung: Die Vertreter der Initiative „Land schafft Verbindung“ sowie des Handels verständigen sich auf konkrete Maßnahmen, um die Situation der Erzeuger zu verbessern.

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