Schieflage Schypke ist insolvent

Freitag, 01. März 2019
Der Fleischwarenhersteller Schypke geriet in eine finanzielle Schieflage.
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Der Fleischwarenhersteller Schypke geriet in eine finanzielle Schieflage.
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Insolvenzverfahren


Über die Schypke Fleischwaren GmbH aus Steinfeld-Mühlen ist ein Insolvenzverfahren eingeleitet worden. Zum vorläufigen Verwalter wurde ein Rechtsanwalt aus Vechta bestimmt.

Schypke ist ein Spezialist vor allem für Corned Beef, produziert aber noch weitere Rindfleisch-, Geflügel- und Schweinefleischprodukte sowie traditionelle Eintöpfe. Die Produktion in Steinfeld läuft weiter und soll spätestens in der kommenden Woche auch wieder unter Volllast fahren, wie der vorläufige Insolvenzverwalter Berend Böhme im Gespräch mit fleischwirtschaft.de erläutert. In der Tat habe es zuvor Beeinträchtigungen in den Betriebsabläufen gegeben, unter anderem wegen fehlender Betriebs- und Hilfsstoffe.

Die finanzielle Schieflage hat mehrere Ursachen. Im Jahr 2013 war Schypke in den Strudel des europaweiten Pferdefleisch-Skandals geraten. Der Kunde Nestlé hatte den Hersteller beschuldigt, Pferde- statt Rindfleisch für seine Produkte verarbeitet zu haben. Wenngleich das Unternehmen im Zuge der Ermittlungen entlastet wurde, sorgte der Skandal doch für dauerhafte Umsatzeinbußen in Steinfeld. Hinzu kamen weitere Belastungen im Geschäftsverkehr, erläutert Böhme, etwa durch die Umstellung auf Vorkasse. Die wachsenden Liquiditätsprobleme veranlassten Geschäftsführer Ralf Schypke schließlich, einen Eigenantrag auf Insolvenz zu stellen.

Schypke arbeitet derzeit mit 71 Angestellten und 22 Leiharbeitern. Die Löhne sind durch das Insolvenzgeld abgesichert. Der vorläufige Verwalter führt bereits erste Gespräche mit Interessenten für das Unternehmen.

Schypke Fleischwaren wurde gegründet im Jahr 1967 und vertreibt seine Erzeugnisse heute unter den Marken "Schypke" und "Rienshof" sowie unter den Eigenmarken der Kunden und Handelsketten. Im Jahr 2007 hatte man Produktion und Vertrieb von Winterhalder-Fleischwaren in Herzebrock übernommen. Im Jahr 2017 realisierte das Steinfelder Unternehmen etwa 24,0 Mio. Euro Umsatz.

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