Schlachtvieh- und Fleischmärkte: Die Notierun...
Schlachtvieh- und Fleischmärkte

Die Notierung bewegt sich

Jörg Schiffeler, jus
In die Kurse für Schlachtschweine kommt nun auch in Deutschland Bewegung.
In die Kurse für Schlachtschweine kommt nun auch in Deutschland Bewegung.

FRANKFURT Die Kurse für Schlachtschweine ziehen in Deutschland leicht an. Die Preisempfehlung der VEZG stieg erstmals seit Mai. EU-Agrarkommissar Wojciechowski sieht kleine Trendwende.

Müssen sich die Fleischer auf einen Aufwärtstrend bei den Kursen für Schlachtschweine einstellen?

In der vergangenen Woche notierte die Preisempfehlung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) erstmals seit Mai 2020 mit einem leichten Aufschlag um zwei Cent auf 1,21 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (SG). Auch in den wichtigsten europäischen Erzeugerländern von Schweinefleisch stiegen die Ankaufspreise für den Rohstoff – etwa in Belgien und Spanien.

EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski äußerte sich in Brüssel optimistisch zur Entwicklung des EU-Schlachtschweinemarkts. Die Überhänge seien weitgehend abgebaut, die Notierungen seit mehreren Wochen stabil. Allerdings müsse die Afrikanische Schweinepest (ASP) eingedämmt werden, da andernfalls weiter Exportbeschränkungen den Handel mit Drittstaaten beeinträchtigten. 

Unterdessen werden in Teilmärkten – wie Spanien und Österreich – schlachtreife Tiere gesucht, obwohl Eurostat bei der jüngsten EU-Bestandserhebung mehr Schweine zählte. Allerdings stockten vor allem Dänemark und Polen ihre Herden auf.
Der jüngste „Mini-Aufschlag“ reicht dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) indes nicht. So verlangte WLV-Präsident Hubertus Beringmeier spürbar höhere Auszahlungspreise. Die wirtschaftliche Situation der Tierhalter sei angesichts stagnierender Erlöse und dürrebedingt massiv gestiegener Futterkosten angespannt, sagte WLV-Präsident Hubertus Beringmeier der Nachrichtenagentur Agra-Europe. Schweinehalter, Bullen- und Kälbermäster sowie Milchviehhalter schrieben seit Monaten „rote bis tiefrote Zahlen“. Analyst Markus Fiebelkorn vom „Danske Svineproducenter“ prognostizierte vor kurzem zur Messe „EuroTier“ einen durchschnittlichen Kurs im Bereich von 1,40 Euro für das laufende Jahr.
Die Analysten der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) prognostizieren einen weiteren Anstieg der Notierung. Für die Marktwoche 8/9 halten die Bonner Marktexperten abermals einen Aufschlag von zwei Cent je Kilo SG für möglich.
Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 8/2021
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