Schlachtvieh- und Fleischmärkte Keine schnelle Erholung

Freitag, 17. April 2020
Matthias Kohlmüller ist Bereichsleiter Fleischwirtschaft bei der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) in Bonn.
Foto: Christian Liepe
Matthias Kohlmüller ist Bereichsleiter Fleischwirtschaft bei der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) in Bonn.

AMI-Marktanalyst Matthias Kohlmüller zu den ersten Auswirkungen der Corona-Krise.

Die Preise für Schlachtrinder werden sich nicht so bald erholen. Davon zeigt sich Matthias Kohlmüller im Interview mit der Fachzeitschrift „Fleischwirtschaft“ überzeugt. Der weggebrochene Konsum in den Urlaubsländern in Südeuropa kann dieses Jahr nicht mehr aufgeholt werden, vermutet der Bereichsleiter Fleischwirtschaft bei der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) in Bonn. Zu groß sei und bleibe die Verunsicherung im Zuge der Covid-19-Pandemie

Der Export nach Italien, das sind hauptsächlich Schinken, hat empfindliche Einbußen in der Nachfrage hinnehmen müssen, schildert der Marktexperte die Ursachen. Die italienishen Fleischverarbeiter haben ihre Produktion demnach infolge der Covid-19-Pandemie um 30 Prozent gekürzt. Der innereuropäische Handel leide insbesondere an der verschwundenen Nachfrage nach höherwertiger Kuh- und Färsenware. Der Absatz nach Spanien, Italien und Frankreich sei wie abgeschnitten.

Die Ursache ist für Kohlmüller klar: In den Urlaubsregionen gönnen sich die Touristen normalerweise etwas Besonderes. Unter dem fehlenden Tourismus leide daher die Nachfrage nach Kalb-, Lammfleisch sowie höherwertigen Zuschnitten vom Rind.

In Deutschland werden die im April und Mai üblichen großen Familienfeste aller Voraussicht nach nicht stattfinden können. Normalerweise wird hier ja festlich und reichlich aufgetischt. Etliche Gastronomen setzen als Alternative kurzfristig auf den Onlinehandel, der stark angestiegen ist, wie Kohlmüller der „Fleischwirtschaft“ berichtet. Es sei aber auch zu lesen, dass einige Anbieter das in der Not angeschoben haben und dann, wenn sich alles wieder beruhigt hat, das auch wieder zurückfahren wollen.

Hackfleisch, besonders Rinder- und gemischtes Hack, erfreuen sich dem Analysten zufolge zunehmender Beliebtheit. Der günstige Preis sowie die einfache und schnelle Zubereitung seien die Gründe der verstärkten Nachfrage.

Das vollständige Interview finden Sie in der aktuellen April-Ausgabe der „Fleischwirtschaft“, die am 22. April erscheinen wird. Keine Ausgabe zur Hand? Zum Abo-Shop geht es hier weiter.

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