Initiative Tierwohl VEZG kritisiert zu geringe Prämie

Freitag, 24. Januar 2020
Das neue Finanzierungsmodell der Initiative Tierwohl deckt nicht die Kosten der Erzeuger, kritisiert Matthias Frieß von der VEZG.
Foto: VEZG
Das neue Finanzierungsmodell der Initiative Tierwohl deckt nicht die Kosten der Erzeuger, kritisiert Matthias Frieß von der VEZG.

Das neue Finanzierungsmodell der Initiative Tierwohl stößt auf Widerstand. Erzeuger beklagen, die geplante Prämie decke nicht den Mehraufwand.

Die weitere Finanzierung der Initiative Tierwohl sorgt für Streit in der Wertschöpfungskette. Der Tierwohlaufpreis von 5,28 Euro je Mastschwein sei nicht marktgerecht, stellt die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) in einer Mitteilung fest. Die Initiative Tierwohl (ITW) hatte anlässlich der Grünen Woche in Berlin über geplanten Änderungen der ab 2021 anlaufenden dritten Programmphase der ITW informiert.

Mehr an Tierwohl nicht zum Schleuderpreis

Grundsätzlich begrüßt die VEZG die Fortsetzung des Tierwohlprogramms, auch wenn die Kriterien für Schweinehalter nochmals anspruchsvoller ausfielen. Nicht einverstanden ist man allerdings mit dem von der ITW für die Erzeuger vorgeschlagenen Tierwohlaufpreis, so der VEZG-Vorsitzende Matthias Frieß. Die tatsächlichen Erzeugungskosten lägen deutlich höher, zumal maßgebliche Kostenpositionen stark gestiegen seien. Nicht zuletzt durch die Verschärfung der Düngeverordnung und noch immer steigende Baukosten sei die vorgeschlagene Vergütung keineswegs marktgerecht.
PK ITW 2020
(Bild: si)

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Ein Mehr an Tierwohl gebe es nicht zum Schleuderpreis von nur zirka fünf Cent je Kilogramm Schlachtgewicht, stellt die VEZG fest. Im Wesentlichen ergäben sich die Mehrkosten des neuen Programms durch einen erhöhten Platzaufwand, deutlich höhere Arbeitsaufwendungen und einen erhöhten Abschreibungsbedarf, da man nicht davon ausgehen könne, dass das gewählte Haltungsverfahren über konventionelle Abschreibungszeiträume von 20 bis 25 Jahren genutzt werden kann.

Ein kalkulatorischer Risikopuffer sei für die Betriebsleiter ebenfalls einzukalkulieren, da viele Produzenten „Neuland“ betreten würden. Die Zielsetzung, dass sich ab 2021 wesentlich mehr Tierhalter an der ITW beteiligen sollen, könne so nicht erreicht werden, erwartet Matthias Frieß. „Die Landwirtschaft steht bereit mehr Tierwohl zu leisten, aber nicht als billiger Rohstofflieferant, sondern auf Augenhöhe“, so die Schlussfolgerung der Organisation.
Dean & David
(Bild: Dean & David)

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