US-Kampagne Gegenwind für vegane Burger

Donnerstag, 31. Oktober 2019
Auch in Deutschland treffen fleischfreie Burger auf großes Interesse.
Foto: Beyond Meat
Auch in Deutschland treffen fleischfreie Burger auf großes Interesse.

Vegane Fleischersatzprodukte erfreuen sich steigender Beliebtheit. Doch kritische Stimmen gegen die hochverarbeiteten Lebensmittel werden lauter.
Mit einer breit angelegten Kampagne macht die Organisation The Center of Consumer Freedom (CCF) Front gegen vegane Fleischalternativen. „Fleisch auf pflanzlicher Basis ist nicht so gesund, wie Sie denken“, erklärt die Organisation auf der Kampagnen-Website. In den USA erzielte die Organisation mit einer ganzseitigen Anzeige in der New York Times Aufmerksamkeit.

„Fleisch auf pflanzlicher Basis ist eine in der Fabrik hergestellte, ultra-verarbeitete Imitation, keine Mischung aus Gemüse. Ungeachtet dessen, was Menschen, die das Produkt anpreisen, glauben, ist gefälschtes Fleisch nicht gesünder als echtes Fleisch“, kommentierte CCF-Geschäftsführer Will Coggin die Aktion. Hauptkritikpunkt ist die lange Liste von Zutaten, mit Stoffen, von denen einige laut CCF im Verdacht stehen, Krebserkrankungen zu verursachen.
Veggie-Burger - Pixabay
(Bild: Pixabay)

Mehr zum Thema

Fleischfreie Alternativen Vegane Burger im Test

In einer Datenbank können Verbraucher danach suchen, welche Zutaten in den auf dem Markt angebotenen pflanzlichen Fleischersatzprodukten eingesetzt werden. Beim Burger von Beyond Meat umfasst die Liste 18 Stoffe wie Erbsenprotein, Methylcellulose, Kaliumchlorid und Sonnenblumen-Lecithin. „Wir werden dazu verleitet, stark verarbeitete Lebensmittel zu essen, die zahlreiche Konservierungsmittel, Zusatzstoffe, Füllstoffe, Texturierungsmittel und Chemikalien im enthalten“, heißt es auf der Kampagnen-Website. Erklärtes Ziel der Organisation ist es dabei, den Verbraucher davon zu überzeugen, dass die pflanzlichen Fleischalternativen nicht besser sind als die Fleischprodukte, die sie ersetzen.

Wer hinter dem Center of Consumer Freedom steht und wer es finanziert, ist nicht bekannt, da die Organisation dazu keine Angaben macht. Die Agenda lässt aber darauf schließen, dass CCF vor allem die Interessen der Fast-Food-, Fleisch-, Alkohol- und Tabakindustrie vertritt. Nach Recherchen der Washington Post gehören zu den Firmen, die eine Unterstützung des CCF bestätigt haben Coca Cola, die Fast-Food-Kette Wendys und die Fleischproduzenten Tyson Foods und Pilgrim's Pride.

Ziel des CCF ist ist es nach eigenen Angaben die freie Entscheidung der Verbraucher beim Konsum von Lebensmitteln zu fördern. Deshalb werden staatliche Kampagnen, mit denen das Verhalten der Verbraucher beeinflusst werden soll - etwa für eine Ernährung mit weniger Fett und Zucker -, und Verschärfungen im Lebensmittelrecht abgelehnt.

Mit der Kritik an den veganen Fleischersatzprodukten steht das CCF aber nicht allein. In Deutschland fand Öko-Test bei einer Untersuchung von 18 veganen Burgern in mehr als der Hälfte Mineralölrückstände und in jedem dritten Anteile von gentechnisch veränderten Organismen (GVO). In zwei veganen Burgern steckt nach Meinung der Prüfer außerdem zu viel Salz.
Das könnte Sie auch interessieren
stats