Vivaro und Trafic fahren im Gleichschritt

Freitag, 29. August 2014
Foto: Opel

Wie bereits bei den Vorgängermodellen machen Opel und Renault bei den Transportern auch weiterhin gemeinsame Sache.

Praktisch baugleich präsentieren sich die neuen Vivaro- und Trafic-Modelle auf der IAA-Nutzfahrzeuge in Hannover vom 25. September bis 2. Oktober.

Unter den Hauben sitzen kompakte, moderne 1,6-Liter-Dieselmotoren, die aber erst ab 2016 durch Abgas-Nachbehandlung mit Euro 6-Zertifikat auflaufen.

Die Klasse der Eintonner, bezogen auf die Nutzlast, mischt sich neu. Jetzt feiern die neuen Modelle von Renault und Opel ihren ersten Auftritt.

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zum namensgleichen Vorgänger ist seine mächtige Motorhaube. Bei Renault residiert dominant der Rhombus, der Opel trägt viele Chromspeichen im Grill.

Weniger Kraftstoffkonsum

Und darunter? Da sitzt jetzt ein kleiner Motor, ein 1,6 Liter großer Diesel-Vierzylinder modernster Machart: statt zwei Liter Hubraum nun also 20 Prozent weniger. Die Hersteller versprechen bis zu 21 Prozent Kraftstoffersparnis.

Der neue Kleine im Bug soll 25 Prozent weniger wiegen, nur der Motorblock ist noch aus Gusseisen: ein moderner Hochleistungs-Diesel mit obenliegender Nockenwelle, Querstrom-Zylinderkopf mit kleiner Wasserpumpe, mit reibungsarmen Ölabstreifringen und neuartig beschichteten Kolbenbahnen. Befeuert wird er per Common-Rail-Technik mit bis zu 1.800 bar Druck. Aber Euro 6-sauber verbrennt er vom Start weg nicht, erst für 2016 soll ein SCR-Kat mit Adblue-Eindüsung dafür sorgen.

Vier Motorleistungen von 90 bis 140 PS wird es geben. Überschäumendes Temperament ist auch künftig nicht zu erwarten. Das maximale Drehmoment des kleinsten Dieselmotors im Transporter-Segment liegt dank zweistufiger Turboaufladung bei immerhin 340 Newtonmetern die bereits bei 1.500 Touren abgerufen werden. Der stärkste Trafic oder Vivaro soll immerhin 181 km/h schnell sein. Selbst für zwei Tonnen schwere Anhänger soll er genug Kraftreserven haben.

Hinter dem Trafic- oder Vivaro-Steuer sitzt der Fahrer jetzt besser, die Sitzqualität wurde erhöht. Das Lenkrad lässt sich in Höhe und Neigung verstellen und der Fahrer schätzt die zahlreichen Ablagen und die mobile Office-Ausstattung in der Lehne des Mittelsitzes. Weil der üppige Laderaum ohnehin die stärkste Seite des Vorgängers war, hat man ihn grundsätzlich belassen.

Kühlausbau erhältlich

Der Kunde wählt zwischen zwei Radständen und zwei Längen. Ab Frühjahr 2015 ergänzen Hochdachtransporter das Programm. Neben den Kastenwagen wird auch ein Plattform-Fahrgestell gehandelt. Mit diesem möchten Renault und Opel die Aufbauindustrie ansprechen. Bereits heute ist die Rede von mehr als 270 Varianten, die es ab Werk geben soll. Mit dabei natürlich auch eine Ausbauvariante für den gekühlten Transport.

Zum Thema Sicherheit führen die Hersteller ESP als Standard ins Feld und die erweiterte Traktionskontrolle, die Nutzer bei beladenen Fronttrieblern schätzen. Sie greift je nach Einstellung unterschiedlich stark ins Motordrehmoment und in die Radbremsen ein.

Die Käufer werden eher nach den Wartungsintervallen fragen. Hier bieten beide Anbieter 40.000 Kilometer an, statt eines Zahnriemenantriebs für die Nockenwelle hat der 1,6-Liter-Diesel eine wartungsfreie Steuerkette. Der Partikelfilter reinigt sich selbsttätig in regelmäßigen Abständen, jetzt aber noch ohne Additive.

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