Festessen Weihnachtliche Tafelfreuden weltweit

Dienstag, 24. Dezember 2013
 Würstchen und Kartoffelsalat erfreuen sich in Deutschland an Weihnachten großer Beliebtheit.
Foto: jus
Würstchen und Kartoffelsalat erfreuen sich in Deutschland an Weihnachten großer Beliebtheit.

Beim Festschmaus folgen viele Länder ihren eigenen Traditionen
Das Christentum ist in vielen Ländern angekommen und wird aktiv praktiziert, aber bei der Feier der Geburt Jesu gibt es eine große kulturelle Vielfalt. Die spiegelt sich auch in der kulinarischen Begehung des Festes wider, egal ob es Christmas, Weihnachten oder Noche buena genannt wird.

Es ist erstaunlich, wie viele Bräuche sich auch in der Neuzeit noch halten. Trotz Smartphone, Internet & Co. und Globalisierung zelebrieren viele Länder Weihnachten noch ganz traditionell – auch beim Essen.

Deutschland – Würstchen und Kartoffelsalat

In Deutschland sind die Weihnachtsgans und der Hering das Festmahl Nummer 1, da hat sich seit langer Zeit nichts geändert. Trotz der „Generation Fast Food“ nehmen viele Familien diesen Brauch
sehr ernst und bereiten die Festtagsgerichte mit
großem Aufwand zu.

Dabei spielt es keine Rolle, ob das Essen am 24. oder 25. Dezember auf den Tisch kommt. Vor allem Familien mit Kindern verlegen die üppigen Menüs lieber auf den ersten Weihnachtsfeiertag, da die Kleinsten vor der Bescherung auf glühenden Kohlen sitzen. Um ihnen das Warten nicht zu lang zu machen, werden in den meisten deutschen Haushalten an Weihnachten Würstchen mit Kartoffelsalat aufgetischt. Das hat nicht nur praktische Gründe: Mit einem einfachen Essen soll an Weihnachten auch an die Armut von Maria und Josef erinnert werden.

Weihnachten auf Englisch

Die weihnachtlichen Traditionen des Vereinigten Königreichs übernahmen auch die ehemaligen Kolonien Australien, Neuseeland, USA und Kanada. Jedes Jahr werden Milliarden von Weihnachtskarten verschickt, die zum Beispiel ein Familienportrait zieren. Wer sich gern küssen lässt, muss sich unter den Mistelzweig stellen, der über vielen Türen hängt.

Schon die Druiden haben früher für ihren Kult Misteln verwendet. Gegessen wird reichlich: allerdings erst am 25. Dezember, an dem morgens die Bescherung stattfindet. Kinder müssen sich also noch länger gedulden als in Deutschland. Das Festmahl wird üppig zelebriert. Es gibt Truthahn mit Bratkartoffeln und Rosenkohl, Roastbeef oder eine Weihnachtsgans.

( Bild: Der traditionelle Gänsebraten hat sich an vielen Orten auf der Welt als Festtagsschmaus etabliert. Foto: Rolf Handke/pixelio.de)
Es ist übrigens überliefert, dass die Tradition der Weihnachtsgans von der Insel stammt. Im Jahr 1588 soll Elizabeth I. an Weihnachten gerade eine Gans verspeist haben, als sie die freudige Nachricht ereichte, dass die englischen Truppen die spanische Armada besiegt hatten. Daraufhin soll sie kurzerhand die Gans zum Weihnachtsessen erklärt haben. Als Nachspeise verzehren die Engländer Christmas Pudding oder Mint Pie.

Cena de noche buena

In Spanien kennt man eine andere Weihnachtsvariation. Am Abend gibt es ein großes Weihnachtsessen das „cena de noche buena“. Da werden Truthahn, Krustentiere, Fisch oder Eiergerichte verspeist. Außerdem reicht man traditionell zur Nachspeise Turrone, eine Süßigkeit aus Honig, Eiern, Zucker und Mandeln. Die richtige Bescherung findet erst am 6. Januar statt. Am 28. Dezember, dem Dia de los Inocentes, dem Tag der unschuldigen Kinder, dürfen die Kleinsten den ganzen Tag Streiche spielen.

Grönland – Die Heimat des Weihnachtsmanns

Doch wie wird Weihnachten in der Heimat des Weihnachtsmannes gefeiert? In Grönland herrschen für das Fest natürlich ideale Gegebenheiten: Schnee und Eiseskälte. Allerdings sind das keine ideale Temperaturen für Weihnachtsbäume – die müssen schon im Sommer aus dem Süden importiert werden.

Das Festtagsessen sieht freilich anders aus als auf dem europäischen Festland. Es gibt bei den Grönländern Robben- und Walfleisch, aber auch Rentier. Für den deutschen Gaumen bekanntere Gerichte werden mit Schweinebraten oder Lammfleisch in manchen Familien aufgetragen. Auch Fisch wie Heilbutt oder geräuchter Lachs findet seinen Platz auf der Festtafel der Inuit.

Südkorea – die Ausnahme in Ostasien

Als Individualist erweist sich Südkorea, das dem Fest mit Glanz und Glitter einfach nicht widerstehen konnte. So erkennt es Weihnachten als einziges ostasiatisches Land als Feiertag an. Auch Nichtchristen lassen sich die festliche Freude nicht nehmen und leben mit Begeisterung weihnachtliche Dekotrends aus.

Der Weihnachtsmann heißt in Südkorea Santa Haraboji. Besonders der Weihnachtskuchen erfreut sich dort großer kulinarischer Beliebtheit. Sahne auf dieser Kalorienbombe erinnert an Schnee, er wird auch gern schrill und bunt mit Figuren geschmückt. Die Restaurants machen an Weihnachten das große Geschäft: Da der Tag als Pärchenfest beliebt ist, werden viele Tische für ein romantisches Dinner zu zweit reserviert.
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