Anuga 2021: Doppelter Re-Start
Anuga 2021

Doppelter Re-Start

Koelnmesse
Die Anuga 2021 findet vom 9. bis 13. Oktober vor Ort in Köln statt.
Die Anuga 2021 findet vom 9. bis 13. Oktober vor Ort in Köln statt.

KÖLN Die Anuga 2021 erfindet sich neu: Neben der Präsenzveranstaltung gibt es ein digitales Pendant.

Die Anuga ist auch so eine Messe, die seit Jahren nur „höher, schneller, weiter“ kennt: 2019 stellte sie mit rund 7.500 Ausstellern aus 106 Ländern mal wieder einen neuen Rekord auf. Aber dann kam Corona. Und so ist die Weltleitmesse für Lebensmittel und Getränke in diesem Jahr „bereit für den doppelten Re-Start“, wie es die Veranstalter Koelnmesse und Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) ausdrücken: Vom 9. Bis 13. Oktober 2021 findet die Weltleitmesse für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie „in echt“ statt, und erstmalig vom 11. bis 13. Oktober auch digital als „Anuga @home“.


Bei der Präsenzveranstaltung freuen sich die Veranstalter über eine Beteiligung von mehr als 4.000 Aussteller aus 94 Ländern und sehen sich hinsichtlich des Ausstellerumfangs und der Flächenbelegung „im regulären Modus“ und die Anuga 2021 nach der Pandemie „exzellent“ aufgestellt.

„Wir werden damit die größte Messe in Europa – wenn nicht gar weltweit – nach dem Restart der Messebranche sein. Es werden alle elf Hallen des Geländes belegt sein“, wirbt Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse GmbH. „Dieser große Zuspruch bestätigt, wie sehr sich die Branche nach der langen Zeit der Abstinenz auf die diesjährige Anuga als wichtigste Fachmesse für Lebensmittel und Getränke weltweit freut.“

Insgesamt liegt die Netto-Flächenbelegung demzufolge derzeit bei 2/3 im Vergleich zu 2019 – wieder mit gewohnt globalem Flair: Die inländischen Aussteller haben 12 Prozent der Standflächen gebucht, die ausländischen 88 Prozent. Mit der aktuellen Ausstellerbeteiligung aus 94 Ländern sei die Anuga wie gewohnt international „und wird im Hinblick auf Produktvielfalt und Innovationen weiterhin Maßstäbe setzen“, ist Böse übberzeugt. Die zehn größten Länderbeteiligungen kommen aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, den Niederlanden, Polen, Spanien, der Türkei und den USA.
„Die Entscheidung zur Messe zu kommen wird sehr viel spontaner und kurzfristiger getroffen.“
Gerald Böse, Koelnmesse
Besucherseitig werde die Anuga abermals zahlreiche nationale und internationale Top-Entscheider aus Handel, Industrie und Außer-Haus-Markt aus aller Welt vereinen, auch wenn sich die Besucherzahl von der Vorveranstaltung im Jahr 2019 unterscheiden werde: „Die Entscheidung zur Messe zu kommen wird sehr viel spontaner und kurzfristiger getroffen als gewohnt“, ist Böse überzeugt. „Bereits jetzt gab es zahlreiche Anmeldungen von namenhaften Lebensmittelhändlern und Distributoren aus mehr als 50 verschiedenen Ländern.“ Einen Besuch der Anuga haben demnach beispielsweise Aldi, Eismann Tiefkühl-Heimservice, Gate Group (früher LSG Group), Metro, Rewe sowie Supermarketfoods Asia und World Finer Foods eingeplant. Zudem hätten auch Julia Klöckner, Noch-Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, sowie von Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen zugesagt, zur Eröffnung der Messe zu kommen.#

Auf der neuen digitalen Anuga @home präsentieren sich die ausstellenden Unternehmen in Showrooms als digitales Pendant zum Messestand. Zudem gibt es nach Angaben der Messe beispielsweise zielgruppenspezifische Fachbühnen wie die „Trend Zone“ mit Informationen und Analysen zu Entwicklungen der Branche, außerdem Start-up Pitches undPodiumsdiskussionen. Zu unterschiedlichen Fach- und Interessengebieten können sich die Messeteilnehmenden demzufolge auch per Audio, Video oder Chat austauschen.

„Die Anuga @home bringt so Branchenteilnehmer auf der ganzen Welt unabhängig von Ort und Zeit zusammen und schafft ein digitales Messeerlebnis auf den Bildschirm zu Hause oder in das Büro. Zudem können wir unseren Kunden eine Vielzahl neuer Beteiligungsmöglichkeiten bieten und in den nächsten Jahren neue Maßstäbe hinsichtlich internationaler Reichweite, Leadgenerierung und Vernetzung setzen,“ wirbt Böse. Auch nach Messeende wollen die Veranstalter viele digitale Inhalte „on demand“, also auf Abruf im Internet zur Verfügung stellen.

Wandel der Ernährungsgewohnheiten

Im Fokus der diesjährigen Ausgabe stehe der Wandel der Ernährung, der durch die Pandemie deutlich an Fahrt aufgenommen habe, die Volatilität des weltweiten Ernährungs- und Ökosystems sowie die Notwendigkeit hin zu einer globalen Ernährungswende. „Messen wie die Anuga sind dabei immer ein Spiegelbild des Marktes, die den Transformationsprozess nicht nur aktiv begleiten, sondern die Branche dabei unterstützen den wirtschaftlichen Erfolg fortzusetzen und nachhaltig zu sichern“, führt Böse aus. Unter dem Leitthema „Transform“ stelle die Anuga nicht nur wegweisende Zukunftsthemen im Rahmen neuer Event- und Kongressformate vor, sondern biete mit den gewohnten zehn Fachmessen unter einem Dach die internationale Produktvielfalt, für die Weltleitmesse seit vielen Jahren stehe.

Mit den neuen Sonderschauen „Anuga Clean Label“, „Anuga Free From, Health & Functional Foods“ sowie dem Format „Anuga Meet More Meatless“ innerhalb der Anuga Meat wollen die veranstalter neue Konsumentenbedürfnisse aufgreifen und Einkäufern und Medien einen Überblick über Produktinnovationen in diesen Trendkategorien bieten.

Im Kongressbereich feiert in diesem Jahr die New Food Conference ihre Anuga-Premiere. Hier wird die Anuga eigenen Angaben zufolge als erste Ernährungsmesse das Thema zellbasierter Proteine, sogenanntes „Laborfleisch“ sowie alternative Milchprodukte in den Fokus rücken. Darüber hinaus beleuchte die Nachhaltigkeitskonferenz des Zentrums für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) die Komplexität der unterschiedlichsten Nachhaltigkeitsherausforderungen wie Klima, Verpackung, Lebensmittelverluste und Menschenrechte entlang der Lieferkette. Der „Innovationsgipfel“ Newtrition X. greife zudem Themen des Wandels auf und will Einblicke in neue Erkenntnisse aus der personalisierten Ernährung geben. Der Wandel der Ernährung steht darüber hinaus auch beim diesjährigen Anuga Executive Summit am Vorabend der Anuga im Fokus.

Am sichtbarsten wird die Transformation Böse zufolge in den Food Trends sowie den Produktinnovationen der Anuga 2021. „Hier zeigt sich, dass die Lebensmittel- und Getränkeindustrie den Herausforderungen des Wandels mit neuen Lösungsansätzen und innovativen Produkten begegnet“, wirbt der Koelnmesse-Chef. Trends wie Alternative Meat Proteins, Clean Label, Plant-based Proteins or Foods sowie Sustainably Produced or Packaged werden sich daher auch in der Anuga taste Innovation Show, dem Trendbarometer der Anuga, widerspiegeln.
„Hier dürfen sich die Messeteilnehmenden in diesem Jahr erstmals auf doppelte Innovationskraft freuen“, sagt Böse. „So geht die Anuga taste Innovation Show sowohl mit einer digitalen Bühne auf der Anuga @home als auch mit der physischen Sonderschau in Halle 4.1 an den Start.“ Präsentiert würden die „Top-Innovationen 2021“, die von einer Fachjury aus Journalisten und Marktforschern ausgewählt wurden und die für Einkäufer ein Maßstab setzen sollen, welche Produkte als nächstes Einzug in die Regale halten.

Doch die Anuga will nicht nur Einkäufer, sondern auch Fachleute aus der Gastronomie Highlights bieten. So lasse sich der Anuga-Messetag zum Beispiel mit einem Frühstück im Hack Genuss- und Biergarten oder in der Dehoga Lounge in Halle 7 starten.

Außerdem lade die Bühne der Anuga Culinary Concept in Halle 7 zu Kochshows, Vorträgen und Produktpräsentationen ein. Wie in den Vorjahren finden hier die Finals der beiden etablierten Berufswettbewerbe „Koch des Jahres“ und „Patissier des Jahres“ statt. Profis aus dem Außer-Haus-Markt könnten sich zudem auf dem 30. Dehoga Systemgastronomie-Forum sowie dem Gastro Power Breakfast informieren, das dieses Jahr ebenfalls hybrid stattfindet. Hier sollen Themen wie Contract Catering in Europe oder Erwartungen an die Gastronomie nach Covid-19 im Vordergrund stehen.

Grundlegende Voraussetzung für die Durchführung einer sicheren Messe ist laut Veranstalter die Umsetzung des 3G-Prinzips, das die Koelnmesse mit Blick auf ausländischen Messegäste CH3CK („Check drei“) nennen. Alle Messegäste, Dienstleister und Journalisten durchlaufen einen identischen Prozess und können das Messegelände geimpft, getestet oder genesen betreten. Um die Abläufe so reibungslos wie möglich zu gestalten, wird es zudem Testmöglichkeiten auf dem Gelände der Messe geben. Somit will die Anuga für alle bestmögliche Sicherheit in den Messehallen shaffen.

Die physische Anuga ist von 9.10. bis 13.10.2021 täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die digitale Anuga @home steht von 11.10 bis 13.10.2021 zur Verfügung. Zutritt haben ausschließlich Fachbesucher.

Quelle: fleischwirtschaft.de; Köln Messe

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