ASP bei Hausschweinen: Kein Grund zur Panik
IMAGO / Hohlfeld
Die mit der ASP infizierten Schweine stammen aus einem Bio-Betrieb im Landkreis Spree-Neiße und einer Kleinst-Haltung im Landkreis Märkisch-Oderland.
Die mit der ASP infizierten Schweine stammen aus einem Bio-Betrieb im Landkreis Spree-Neiße und einer Kleinst-Haltung im Landkreis Märkisch-Oderland.

DAMME Auf den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in zwei Hausschweinebeständen in Brandenburg hat die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) mit der Parole „Ruhe bewahren“ reagiert.

Auch wenn die ASP nun erstmals bei Hausschweinen festgestellt worden sei, bestehe kein Grund zur Panik, so die ISN. Da die beiden betroffenen Betriebe innerhalb der bisher schon bestehenden Restriktionszonen in Brandenburg lägen und bereits geräumt worden seien, ändere sich die Lage für die deutschen Schweinehalter nicht gravierend.

Mit Blick auf den Markt sei Deutschland durch die ASP beim Wildschwein für den Schweinefleischexport in viele Drittländer ohnehin gesperrt. Auf europäischer Handelsebene greife weiterhin das Regionalisierungsprinzip, stellte die ISN fest.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium gab vor dem Hintergrund der Funde in Hausschwein-Beständen in Richtung der Schweinehalter zu bedenken, dass ein besonderes Ansteckungsrisiko bei der Auslauf- und Freilandhaltung von Hausschweinen bestehe. Bei dem Hof im Landkreis Spree-Neiße, dessen 200 Tiere jetzt getötet werden mussten, handelt es sich um einem Biosauenzuchtbetrieb mit Auslaufhaltung.
Regelrecht erzürnt darüber zeigte sich der agrarpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Brandenburger Landtag, Johannes Funke. „Ich bin ausgesprochen verärgert darüber, dass es angesichts der aktuellen Bedrohungslage immer noch Akteure in der Landespolitik gibt, die eine Freilandhaltung von Schweinen in Seuchenzeiten für praktikabel halten“, sagte Funke. Jetzt heiße es wegfahren oder einstallen. Nur mit Elektrodrähten werde niemand eine Seuche aufhalten.

In die selbe Kerbe schlägt das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF): Freiland- und Auslaufhaltung dürften - wenn überhaupt - nur noch unter explizit hohen Standards stattfinden, mahnt der Vorsitzende des AEF, Sven Guericke, in einer Mitteilung an die Medien. Bei diesen Haltungsformen in Restriktionsgebieten fordert er - anstelle nicht standhaltender Elektrozäune - eine doppelte Einzäunung und einen Außen-Festzaun von mind. 1,50 m Höhe mit Untergrabschutz einzusetzen. Ebenso sei in diesen Gebieten eine noch professionalisiertere Kadaverentsorgung notwendig.

Gerade im Oldenburger Münsterland käme ein ASP-Ausbruch in Hausschweinbestände einem „Super-Gau“ gleich. "Ein einziger Ausbruch hätte fatale Folgen für die gesamte Wertschöpfungskette, inklusive ihrer vor- und nachgelagerten Bereiche", fürchtet der AEF. Das alles wiegt umso schwerer, als dass die Tierhalter aufgrund steigender Betriebskosten sowie geringer Erzeugerpreise bereits heute unter massivem Druck stünden, so das AEF.

Quelle: fleischwirtschaft.de; AgE
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