Belgian Meat Office: Mehr Schwein, weniger Ri...
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Belgien produziert und exportiert wieder mehr Schweinefleisch.
Belgien produziert und exportiert wieder mehr Schweinefleisch.

BRÜSSEL Der belgische Schweinesektor erholt sich vom Schock der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Die Erzeugung von Rindfleisch hingegen geht zurück.

Nach der Vorjahres-Talfahrt haben die belgischen Schweinehalter ihre Herden im Jahr 2020 wieder um 2,2 Prozent auf 6,2 Mio. Tiere aufgestockt und damit das beste Ergebnis seit fünf Jahren eingefahren. Dank eines Notfallplans wurde die belgische Fleischwirtschaft relativ sicher durch die Pandemie gelotst, so dass bei 11,15 Mio. Schweinen die Vorjahresschlachtzahlen um vier Prozent überschritten wurden. Infolge der höheren Schlachtgewichte ist die Schweinefleischerzeugung sogar um 5,8 Prozent auf 1,1 Mio. Tonnen geklettert. Das teilt Flanderns Agrar-Marketing-Büro (Vlam) aktuell mit.

Exportplus in schwierigen Zeiten

Aufgrund des hohen Selbstversorgungsgrads von 220 Prozent ist die belgische Schweinefleischwirtschaft stark exportorientiert. Trotz Corona-Pandemie und ASP-Status passierten 792.276 Tonnen Schweinefleisch die belgischen Landesgrenzen, erläutert das Büro. Das waren 2,1 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Genau 90 Prozent der Exportmengen oder 714.739 Tonnen werden dem Vlam zufolge im innergemeinschaftlichen Handelsverkehr abgesetzt. Das Ranking der wichtigsten EU-Destinationen wird traditionsgemäß von Deutschland angeführt. Allerdings schraubte die Bundesrepublik ihr Einfuhrvolumen im Corona- und ASP-Jahr 2020 um 8,5 Prozent auf 208.096 Tonnen zurück. Während sich die Exportmengen nach Polen mit 195.313 Tonnen in etwa auf dem Vorjahresniveau stabilisierten, verbuchten die Ausfuhren in die Niederlande ein Wachstumsplus von knapp neun Prozent auf 101.379 Tonnen.

Trotz leichtem Mengenrückgang bleibt Deutschland der wichtigste Abnehmer für belgisches Schweinefleisch.
afz-Grafik
Trotz leichtem Mengenrückgang bleibt Deutschland der wichtigste Abnehmer für belgisches Schweinefleisch.

Drittlandsexport läuft wieder an

Am 20. November 2020 hat die EU-Kommission Belgien für ASP-frei erklärt. Einen Monat später wurde der Status der ASP-Freiheit von der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) bestätigt. Bereits im Vorfeld hatten einige Drittländer aufgrund des Regionalisierungsprinzips den Weg für die Schweinefleisch-Einfuhr wieder freigemacht. So gewannen die belgischen Drittlandsausfuhren 2020 an Fahrt und stiegen um 7,3 Prozent auf 77.537 Tonnen.

Das neue Drittland Großbritannien sicherte sich mit rund 25.700 Tonnen gleich den ersten Platz auf der Rangliste der wichtigsten Drittlandskunden. Auf den weiteren Plätzen folgen die einstige britische Kronkolonie Hongkong mit 11.321 Tonnen (+14,4 Prozent) sowie die Elfenbeinküste mit 10.112 Tonnen (+37 Prozent).

Weniger Rindfleisch

Im Gegensatz zur Schweinehaltung verbuchte die belgische Rinderhaltung laut amtlicher Erhebung 2021 ein Minus von 1,7 Prozent auf 2,33 Mio. Tiere. Rund 783.000 Rinder wurden der Schlachtbank zugeführt, das bedeutet gegenüber 2019 ein Minus von 6,6 Prozent Infolgedessen reduzierte sich die erzeugte Rindfleischmenge um 3,5 Prozent auf 255.000 Tonnen.

Die belgischen Fleischlieferanten haben 2020 weltweit 158.767 Tonnen Rindfleisch abgesetzt und damit die Vorjahresmengen um 7,6 Prozent unterschritten. Knapp 90 Prozent des belgischen Außenhandels mit Rindfleisch oder 140.853 Tonnen ging auf das Konto der EU-27, schildert das Agrar-Marketing-Büro. Damit reduzierten sich die Mengen im innergemeinschaftlichen Handelsverkehr um glatte zehn Prozent gegenüber 2019. Hauptkunde Niederlande orderte in der Pandemie mit 49.243 Tonnen deutlich weniger Ware (-17,2 Prozent) als vor Jahresfrist. Gleichzeitig sank der Einfuhrbedarf Frankreichs um drei Prozent auf 37.210 Tonnen. Auch Deutschland drosselte seine Mengen, und zwar um 9,6 Prozent auf 24.671 Tonnen.

Auf den Drittlandsmärkten erfreute sich belgisches Rindfleisch mit einem Exportplus von 16,8 Prozent auf 17.914 Tonnen hingegen wachsender Beliebtheit, erklärt Vlam. Wichtigste Kunden seien die Elfenbeinküste, Ghana und Großbritannien. Für die Absatzförderung von Rind- und Schweinefleisch im Ausland zeichnet das Belgian Meat Office (BMO) innerhalb der Vlam-Organisation verantwortlich.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 21/2021
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