Bilanz: Vion steigert Ergebnis
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Die Vion-Zentrale im niederländischen Boxtel.
Die Vion-Zentrale im niederländischen Boxtel.

BOXTEL Vion meldet für das Geschäftsjahr 2020 einen Umsatzrückgang. Parallel steigerte der niederländisch-deutsche Fleischkonzern sein Ergebnis vor Steuern spürbar.

Die Vion Food Group mit Hauptsitz im niederländischen Boxtel spürt die niedrigen Beschaffungspreise für Schweine und Rinder in seiner Jahresbilanz. Das geht aus einer Pressemeldung des Unternehmens hervor. So sank der Umsatz im Jahr 2020 um 3,1 Prozent auf 4,9 Mrd. Ein Jahr zuvor knackte der Konzern noch die Marke von fünf Mrd. Euro. Vion führt das auf die deutlich niedrigeren Verkaufspreise für Schweinefleisch und Rindfleisch zurück.
Ganz im Gegensatz zur Erlösentwicklung verbesserten die Niederländer das Ergebnis vor Zinsen und Steuern: Das EBITDA stieg um 9,1 Mio. Euro auf 122,3 Mio. Euro, nach 113,2 Mio. Euro im Jahr 2019. Vion sieht dies vor dem Hintergrund der deutlich positiven Entwicklungen der beiden Business Units Beef und Retail, die die Auswirkungen des Lockdowns auf den Food Service und die im Vergleich zum hervorragenden Jahr 2019 niedrigeren Ergebnisse bei Pork kompensieren konnten.

Das starke Exportgeschäft mit Schweinefleisch nach Fernost sicherte Vion trotz der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland ab. Der Konzern verlagerte die Lieferungen in Drittländer von den deutschen an die niederländischen Standorte. Den Nettogewinn beziffert Vion auf 52,6 Mio. Euro nach 26,6 Mio. Euro in 2019.

„ME-AT“ startet erfolgreich

Das konzerneigene pflanzliche Start-up „ME-AT“ hat in seinem ersten Geschäftsjahr einen guten Start gemacht, berichtet CEO Ronald Lotgerink. „Wir haben über 90 Mio. Euro in Produktionsstandorte wie Boxtel, in pflanzliches Fleisch und neue Blockchain-Technologien investiert, um transparente Lieferketten zu schaffen“, so der Vorstandschef. Auf Nachfrage von fleischwirtschaft.de präzisiert Vion seine Angaben. Danach hat das Unternehmen im Jahr 2020 rund 15 Mio. Euro in Produktionslinien für pflanzliche Artikel investiert. Zusammen mit den Umbaumaßnahmen des Werks im niederländischen Leeuwarden seien bisher insgesamt 40 bis 45 Mio. Euro in die Produktion fleischfreier Alternativen geflossen. Die Kapazität betrage dort 20.000 t. Rund 73,5 Mio. Euro wurden in die weitere Optimierung der Unternehmenspräsenz sowie in die Effizienzsteigerung verschiedener Produktionsstandorte investiert, teilt Vion mit. Die Übernahme des Schlachtbetriebs Adriaens im belgischen Zottegem schloss das Unternehmen im Februar erfolgreich ab.

Beschäftigte schützen

Der Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus bescherte dem Fleischkonzern zusätzliche Kosten im Geschäftsjahr 2020. Corona-Ausbrüche an mehreren Standorten führten mindestens zu einer Drosselung der Produktion, teilweise sogar zum Stopp von Schlachtbändern. Vion beziffert die Summe gegenüber fleischwirtschaft.de auf über 15 Mio. Euro. In Abhängigkeit von Arbeitsplatz und Tätigkeit werden die Mitarbeiter wöchentlich zwei- bis viermal auf Sars-CoV-2 getestet. In Verwaltung und Produktion habe man Abläufe nach bestem Gewissen optimiert.
Die Integration der zuvor im Werkvertrag Beschäftigten in die Stammbelegschaft sei gelungen, heißt es aus Boxtel. So habe man an 16 deutschen Standorten die ehemaligen Leiharbeiter in Festanstellung übernommen. „Wir sind davon überzeugt, dass dies der richtige Weg und eine gute Entwicklung für unsere Branche in Deutschland ist, und wir freuen uns darauf, die Zusammenarbeit mit unseren neuen fest angestellten Kollegen zu intensivieren“, erklärt Ronald Lotgerink.

Kennzahlen 2020

  • Umsatz: 4,901 Mrd. Euro (2019: 5,06 Mrd. Euro)
  • EBITDA: 122,3 Mio. Euro (2019: 113,2 Mio. Euro)
  • Jahresgewinn: 52,9 Mio. Euro (2019: 26,6 Mio. Euro)
  • Nettoverbindlichkeiten: 6,9 Mio. Euro (2019: 178,7 Mio. Euro)
  • Dividende: 344,59 Euro je ausgegebener Aktie
Quelle: fleischwirtschaft.de; Vion
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