Corona-Schutz: BVDF drängt auf schnelle Impfu...
Corona-Schutz

BVDF drängt auf schnelle Impfung

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Die Fleischwarenindustrie will Impfungen baldmöglichst durch die Betriebsärzte durchführen lassen.
Die Fleischwarenindustrie will Impfungen baldmöglichst durch die Betriebsärzte durchführen lassen.

BONN Der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie fordert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf, den Unternehmen Impfstoff bereitzustellen.

Deutschland hängt beim Impfen gegen das Coronavirus anderen Ländern hinterher. Der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie (BVDF) möchte in die Impfkampagne einbezogen werden. Der Verband drängt die Politik auf eine umgehende und umfassende Impfung der Branche, heißt es in einer Mitteilung an die Presse. Wie gestern bekannt wurde, haben der BVDF und die Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie (BVE) im Vorfeld der Beratungen von Bund und Ländern einen nachdrücklichen Appell an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gerichtet. Darin fordern die beiden Verbände, die Impfung der Priorisierungsgruppe 3 voranzutreiben.

Die Mitgliedsunternehmen des BVDF hätten bereits die nötigen Schritte veranlasst, damit die Betriebsärzte die Mitarbeitenden im Rahmen der geltenden medizinischen Vorschriften impfen können. BVDF-Präsidentin Sarah Dhem ist enttäuscht darüber, „dass in der deutschen Ernährungsindustrie nicht schnell genug geimpft werden kann“. Schließlich wollen die Fleischverarbeiter dafür Sorge tragen, dass die Produktions- und Lieferketten intakt bleiben, um den Einzelhandel weiter zuverlässig bedienen zu können. In den USA sind Unternehmen der Fleischwirtschaft wie JBS oder Tyson Foods in die Impfstrategie der US-Regierung eingebunden. So hatten die beiden Unternehmen Anfang März mit Schutzimpfungen ihrer Mitarbeiter begonnen.
Ferner informierte der BVDF, dass die Mitgliedsunternehmen bereits seit längerer Zeit auf eigene Kosten regelmäßig Coronatests für ihre Belegschaft durchführen. Außerdem würden zur Einlasskontrolle auf die Werksgelände Fiebertests vorgenommen. So wolle man eine größtmögliche Sicherheit und Transparenz in der Produktion systemrelevanter Lebensmittel sicherstellen, stellt der BVDF klar. Dieser Seitenhieb zielt ab auf die Vorlage der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) den Beschäftigten mindestens einmal pro Woche in den Betriebsstätten einen Coronatest anzubieten. „Seit dem Ausbruch von Covid-19 tun unsere Mitgliedsunternehmen alles dafür, um unter schwierigsten Umständen die Versorgungslage in der Bundesrepublik mit Fleisch- und Wurstwaren zu sichern“, betonte Dhem.

Die Hersteller von Fleischwaren, Schinken und Convenience-Produkten erwirtschafteten 2019 einen Umsatz von rund 20 Mrd. Euro und beschäftigen etwa 65.000 Mitarbeiter.

Quelle: fleischwirtschaft.de; BVDF
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