Deutscher Fleisch Kongress: Viele Chancen für...
Deutscher Fleisch Kongress

Viele Chancen für die Branche

Thomas Fedra
Während beinahe wöchentlich neue pflanzenbasierte Fleischersatzprodukte auf den Markt kommen, ist mit einer Markteinführung von aus tierischen Zellkulturen erzeugtem Cultured Meat in Europa erst mittelfristig in Sicht.
Während beinahe wöchentlich neue pflanzenbasierte Fleischersatzprodukte auf den Markt kommen, ist mit einer Markteinführung von aus tierischen Zellkulturen erzeugtem Cultured Meat in Europa erst mittelfristig in Sicht.

MAINZ Deutscher Fleisch Kongress zwischen alternativen Proteinen und großem Entwicklungspotenzial für das traditionelle Geschäft. Tierwohl und Nachhaltigkeit werden zum Muss. Eine Fotostrecke finden Sie am Ende des Beitrags.

Der 16. Deutsche Fleisch Kongress spannte in der vergangenen Woche einen großen Bogen darüber, was auf die Branche zukommt. Zu den treibenden Herausforderungen gehören Tierwohl und Nachhaltigkeit sowie Klimaschutz und alternative Proteine.

Der Fleischsektor ist weit entfernt von einer Apokalypse. Im Gegenteil: Die Branche reagiert auf gesellschaftspolitische Forderungen, veränderte Ernährungsmuster und Konsumgewohnheiten. GfK-Marktforscher Helmut Hübsch legte vor rund 350 Kongressteilnehmenden dar, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher ihren Fleischverzehr hierzulande reduzieren wollen. Ausschlaggebend hierfür seien die Aspekte Tierwohl und Klimaschutz. Und diejenigen, die bewusst ihren Fleischkonsum reduzieren, fragen über zwei Drittel des Absatzes von Fleischersatzprodukten nach.
Marketing-Geschäftsführer Dr. Ingo Stryck von der PHW-Gruppe (Wiesenhof) hegt Zweifel am schnellen Umbruch, auch wenn die Debatte zur Zukunft der Ernährung einen anderen Eindruck vermittle. Werbeprofi Rolf Schrickel (Agentur Butter) mahnte daher auch den Markt der klassischen Produkte nicht zu vernachlässigen, denn „Trend ist nicht gleich Volumen.“

Clemens und Max Tönnies plädierten vor dem Fachpublikum noch einmal vehement für die Umsetzung des Borchert-Konzepts zum Umbau der Nutztierhaltung. Die Förderung hin zu höheren Haltungsstufen sicherten auch Vertreter von Vion und Brand Qualitätsfleisch dem Handel zu. Dass die Vermarktung mit einer höheren Wertschöpfung gelingen kann, stand im Zentrum eines Talks mit Händlern und Metzgern. „Die ehrliche Wurst ist gefragt“, befand der Mainzer Obermeister Marc Keßler.
 


Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 47/2021
Themen
Tierwohl

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