Dezentrale Strukturen: Künftig kleinere Schla...
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Deutschlands größter Schlachtkonzern Tönnies orientiert sich selbst zunehmend regional, wie hier am Schlachthof in Bamberg.
Deutschlands größter Schlachtkonzern Tönnies orientiert sich selbst zunehmend regional, wie hier am Schlachthof in Bamberg.

MÜNSTER Nach Einschätzung des Chefs vom größten Fleischkonzern Europas, Clemens Tönnies, hat die Konzentration in der deutschen Schlacht- und Zerlegebranche ihr Ende gefunden.

Bei der Veranstaltung „Landwirtschaft im Dialog“ des Landwirtschaftsmagazins „TopAgrar“ prognostizierte Tönnies, dass sich angesichts der anstehenden Veränderungen in der Nutztierhaltung künftig vermehrt kleinere Schlachthofstrukturen bilden würden. „Ich bin allerdings gespannt, ob die Gesellschaft auch bereit ist, dafür höhere Preise zu zahlen“, schränkte der Konzernchef zugleich ein.

Nicht nur die Größenstrukturen dürften sich ändern, sondern auch die Schwerpunkte in der Produktpalette würden sich immer weiter verschieben. Tönnies berichtete, dass sein Unternehmen bereits seit längerer Zeit „große Summen“ in Produktionsanlagen investiere, mit denen man Fleischalternativen produzieren könne. „Wir sind jetzt schon einer der großen Hersteller von vegetarischen Fleischersatzprodukten und wir beliefern Reformhäuser mit veganen Produkten“, so der Konzernchef.

Laut des aktuellen Schlachthofrankings der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) hat sich zumindest die Konzentration der Schlachtbranche im Jahr 2020 noch fortgesetzt. Zwar gingen der ISN zufolge die Schweineschlachtungen in Deutschland gegenüber 2019 um 3,5 Prozent auf 53,28 Millionen Tiere zurück. Bei den Top 10 der Branche war das Schlachtaufkommen jedoch nur um 1,4 Prozent auf 43,77 Millionen Schweine rückläufig. Deren aggregierter Marktanteil an allen Schlachtungen nahm deshalb von 80,4 Prozent im Jahr 2019 auf zuletzt 82,2 Prozent zu.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 19/2021; AgE
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