Evenord: Gemeinsam auf Augenhöhe
Evenord

Gemeinsam auf Augenhöhe

buc
Neue Köpfe bei der Evenord: die Genossenschafts-Vorstände Christian Tschulik (rechts) und Andreas Iser-Hirt (Mitte) mit Bank-Vorstand Wolfgang Rupprecht (links), Aufsichtsrat-Vorsitzender Claus Steiner und Stellvertreter Stefan Wolf (hinten, von rechts).
Neue Köpfe bei der Evenord: die Genossenschafts-Vorstände Christian Tschulik (rechts) und Andreas Iser-Hirt (Mitte) mit Bank-Vorstand Wolfgang Rupprecht (links), Aufsichtsrat-Vorsitzender Claus Steiner und Stellvertreter Stefan Wolf (hinten, von rechts).

NÜRNBERG Die Fleischergenossenschaft Evenord hat ein komplett neues Führungsteam: Im September 2020 wurde der Nürnberger Metzgermeister Claus Steiner zum Aufsichtsrat-Vorsitzenden, Stefan Wolf zu seinem Stellvertreter gewählt.

Am Jahresende 2020 trat an der Spitze der Evenord-Bank Wolfgang Rupprecht die Nachfolge von Karlheinz Lorenz an, der in den Ruhestand ging. Ende Februar 2021 stellte Vorstandsvorsitzender Horst Schneider nach 21 Jahren sein Amt aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung – ihm folgten Christian Tschulik und Andreas Iser-Hirt. Als „Management Board“ wollen die drei neuen Vorstände von eG und Bank die viertgrößte deutsche Fleischergenossenschaft künftig gemeinsam führen. Zwar mit Schwerpunkten wie Vertrieb (Tschulik), Prozesse (Iser-Hirt) und Finanzen (Rupprecht), aber im Team und mit Beschlüssen nach Vier-Augen- und Konsensprinzip. Aufsichtsrat-Chef Steiner betrachtet dies als wichtigen Kulturwandel und wünscht sich eine Zusammenarbeit aller Beteiligten „auf Augenhöhe“. Im Mittelpunkt müssten dabei stets die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden stehen. Aus dem jetzigen Führungs-Trio soll in Zukunft mit Berufung eines weiteren Bank-Vorstands ein Quartett werden.

Viel Branchen-Know-how

Die 1924 gegründete Evenord ist heute mit einem Umsatz von 52,8 Mio. Euro (2019), fast 1.000 Mitgliedern, 150 Mitarbeitern, Hauptsitz in Nürnberg und vier Filialen (Ansbach, Erlangen, Weiden, Pößneck) eine Branchengröße in Nordbayern und Thüringen. Ihre Abholmärkte bieten ein Sortiment von mehr als 15.000 Artikeln für gewerbliche Kunden aus Fleischereien, aber auch Gastronomie oder Gemeinschaftsverpflegung.

Ihre neuen Führungskräfte bringen viel Branchen-Know-how mit: Christian Tschulik (48) aus Krumbach war nach seinem Wirtschaftsstudium als Bezirksleiter beim Einzelhändler Norma tätig und wechselte 2001 zum Fleischerverband Bayern – als Betriebswirtschaftlicher Berater, Messeorganisator und Kursleiter an der Fleischerschule Augsburg, später als stellvertretender Geschäftsführer. Erfahrungen im Genossenschaftsbereich sammelte er ab 2015 als Geschäftsleitungs-Assistent bei der Fleischerdienst Allgäu-Schwaben eG (Memmingen). Zur Evenord kam er am 1. Januar 2021. Seine Vision für das Unternehmen: „Die Nähe der Kunden finden und ihnen ein zuverlässiger Partner sein.“

Andreas Iser-Hirt (47) stammt aus Fürth und war 25 Jahre lang, unter anderem als Betriebsleiter, Vertriebstrainer,etc. beim Handelsriesen Metro tätig, zwei Jahre als Kaufmännischer Leiter beim Fleischerei-Großhändler Omega Sorg, zudem für Naketano Fashion als Leiter der Unternehmensentwicklung & Expansion sowie als Centerleiter bei Kaufland. Am 1. September 2019 wechselte er als Leiter Unternehmensentwicklung zur Evenord. Er möchte moderne Strukturen und Vertriebsschienen von E-Commerce bis Webshops etablieren und hofft, dass der „Gemeinschaftsauftrag“ als Genossenschaft noch mehr ins Bewusstsein der Kunden rückt – dies habe sich gerade in der Corona-Krise als Stärke bewiesen.

Fokus auf Nachhaltigkeit

Wolfgang Rupprecht (37) ist gelernter Bankkaufmann, Jäger in der Freizeit und lebt im Nürnberger Land. In seiner Karriere war er unter anderem verantwortlich für Firmenkunden-Bereiche bei der Sparkasse Nürnberg und bei der Raiffeisenbank Hersbruck, bevor er am 1. Januar 2020 als Prokurist in die Evenord-Bank eintrat. Er sieht in dem Institut eine echte Erfolgsbasis (Bilanzsumme 2019: 280,4 Mio. Euro, Überschuss 1 Mio. Euro) sowie hohe Expertise in Finanzfragen für die Metzger. Den künftigen strategischen Fokus im Unternehmen setzt er auf das Thema Nachhaltigkeit.

Claus Steiner (42) legte seine Meisterprüfung 2003 an der Fleischerschule Augsburg ab. Die „Meistermetzgerei Steiner“, die seine Eltern 1975 im Stadtteil Fischbach gründeten und 1980 an die Löwenberger Straße 119 in Altenfurt verlegten, übernahm er nach dem Tod des Vaters. Sie zählt heute 22 Mitarbeiter und wurde 2019 vom Magazin „Der Feinschmecker“ zu einer der 500 besten Deutschlands gekürt. Steiner ist seit der Fusion der Fleischer-Innungen Nürnberg und Fürth zur Innung Mittelfranken-Mitte 2017 deren Kassier und Beauftragter für die Innungsimmobilien. Dem Aufsichtsrat der Evenord gehört er seit 2012 an.

Stefan Wolf (47) absolvierte seinen Meisterkurs 2001 an der Fleischerschule Landshut und bildete sich hier 2017 zum Fleischsommelier fort. Die 1905 gegründete „Gourmetmetzgerei Wolf“ an der Bucher Straße 14 in Nürnberg übernahm er 2002 als vierte Familiengeneration. Sie zählt heute 20 Mitarbeiter und wurde vom „Feinschmecker“ ebenfalls unter die „Top 500“ gewählt. Wolf war bis zur Fusion 2017 Kassier der Fleischer-Innung Nürnberg, seitdem fungiert er als stellvertretender Obermeister der Innung Mittelfranken-Mitte. Mitglied des Aufsichtsrats der Evenord ist er bereits seit 2003; von 2013 bis 2015 fungierte er als Aufsichtsrat-Vorsitzender. Er hofft für die weitere Zukunft der Genossenschaft auf ein kollegiales Miteinander zum Nutzen des Fleischerhandwerks. 

Den neunköpfigen Aufsichtsrat komplettieren die Fleischermeister Roland Braun (Weiherhammer), Klaus Decker (Lauf), Stephan Emmert (Wilhermsdorf), Marcus Fischer (Bamberg), Reiner Freyberger (Nürnberg) und Martin Holch (Ansbach) sowie Steuerberater Jürgen Elfrich (Schwanstetten).

Die Genossenschaft

Die Evenord-Gruppe besteht aus der Evenord eG, der EV-Service GmbH, der Evenord Kälte- und Klimatechnik GmbH und der Evenord-Bank eG-KG. Die Unternehmensbereiche ergänzen sich und arbeiten Hand in Hand für die Kunden. Als mittelständisches Unternehmen beschäftigt die Gruppe etwa 200 Mitarbeiter an fünf Standorten in Bayern und Thüringen. Etwa 15.000 gewerbliche Kunden lassen sich von der viertgrößten deutschen Genossenschaft beliefern.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 14/2021
stats