FAO-Index: Agrarprodukte erneut teurer
imago / VCG
Die lebhaften Einfuhren Chinas von Schweinefleisch und Geflügel führen am Weltmarkt zu steigenden Preisen.
Die lebhaften Einfuhren Chinas von Schweinefleisch und Geflügel führen am Weltmarkt zu steigenden Preisen.

ROM Die Weltmarktpreise für wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse haben auch im März ihren Höhenflug fortgesetzt und sind damit den zehnten Monat in Folge gestiegen.

Wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) am 8. April in Rom mitteilte, kletterte der von ihr berechnete Preisindex über alle betrachteten Warengruppen hinweg gegenüber Februar um 2,1 Prozent auf 118,5 Punkte; das war der höchste Monatswert seit Juni 2014.


Erneut legte vor allem der FAO-Subindex für Pflanzenöle kräftig zu, nämlich um acht Prozent. Dies war der höchste Stand seit Juni 2011. Die Verteuerung von Palmöl begründeten die Experten in Rom mit knappen Lagermengen in wichtigen Exportländern und einer Erholung der Importnachfrage. Die Sojaölnotierungen hätten wegen der voraussichtlich lebhaften Nachfrage der Biodieselhersteller deutlich angezogen. Die Preise für Raps- und Sonnenblumenöl würden unterstützt von einer Verknappung des Angebots von Ware aus Kanada beziehungsweise aus der Schwarzmeerregion.

Unterdessen erhöhte sich der Milchpreisindex um 3,9 Prozent. Nach Darstellung der Fachleute in Rom stiegen die Notierungen für Butter als Reaktion auf das knappe Angebot in Europa. Milchpulver habe sich vor allem wegen zunehmender Importe Chinas verteuert. Dagegen seien die Käsenotierungen nachfragebedingt erneut gesunken.

Der FAO-Preisindex für Fleisch erhöhte sich im Berichtsmonat gegenüber Februar 2021 um 2,3 Prozent; der Stand vom Vorjahresmonat wurde nur um 0,5 Prozent verfehlt. Aufwärts ging es vor allem mit den Notierungen für Schweine- und Geflügelfleisch, was ebenfalls im Wesentlichen mit den lebhaften Einfuhren Chinas begründet wurde. Während sich die Preise für Rindfleisch seitwärts bewegten, verbilligte sich Schaffleisch durch das zunehmende Angebot aus Neuseeland.

Derweil verlor der Getreidepreisindex im März gegenüber Februar 1,7 Prozent; das Niveau des Vorjahresmonats wurde trotzdem kräftig um 26,5 Prozent übertroffen. Nach Angaben der römischen Fachleute verbilligte sich vor allem Weizen, wobei das umfangreiche Angebot und gute Ernteaussichten für 2021 maßgeblich gewesen seien. Auch der FAO-Subindex für Zucker bewegte sich nach unten, und zwar um 4 Prozent. Allerdings wurde das Vorjahresniveau noch um mehr als 30 Prozent übertroffen. Begründet wurde die Verbilligung vor allem mit Spekulationen über möglicherweise umfangreiche Zuckerausfuhren Indiens.

Quelle: fleischwirtschaft.de; AgE
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