Fleischkonsum: Boomjahr für Bio
imago / Chromorange
Im Coronajahr 2020 legte die Nachfrage nach Rindfleisch in Bio-Qualität spürbar zu.
Im Coronajahr 2020 legte die Nachfrage nach Rindfleisch in Bio-Qualität spürbar zu.

BONN Nachhaltiger, regionaler und ökologischer. Dahin verschoben sich die Einkäufe im Coronajahr 2020. Das galt auch für Fleisch und Wurst. Eine Analyse der AMI-Marktexperten.

Unter den Bio-Produktgruppen haben Fleisch und Geflügel 2020 die größten Wachstumsraten geschrieben. Insbesondere Geflügel- und Rindfleisch haben zugelegt. Für Schweinefleisch und Wurst fehlten dagegen häufiger die Rohwaren, um noch größere Verkäufe zu generieren.

Auch beim Geflügel war die Ware im ersten Halbjahr knapper und erst im zweiten Halbjahr sowie im Weihnachtsgeschäft konnten die Verkäufe richtig zulegen. Beim Rindfleisch war es einfacher die Logistikströme und die Bündelung so zu verbessern, dass Fleischrinder, die sonst konventionell verkauft worden wären, in den Bio-Markt gingen. Außerdem wurden mehr Kühe in Bio-Qualität geschlachtet. Denn mit der umfangreichen Umstellung von Milchkühen auf Bio kommen nun auch mehr Bio-Kühe zur Schlachtung. Hinzu kamen Importe von Bio-Altkühen aus Österreich und Dänemark, die für die Produktion von Hackfleisch verwendet wurden.

Besonders erfolgreich mit der Vermarktung von Bio-Fleisch – wie bei den meisten anderen Bio-Produkten auch – waren die Vollsortimenter. Sie verkauften 62 Prozent mehr Bio-Fleisch. Allein die SB-Warenhäuser verdoppelten fast ihren Bio-Fleischverkauf. Auch der Naturkosthandel hat in der bisher häufig stiefmütterlich behandelten Kategorie aufgeholt und verkaufte um 82 Prozent mehr Bio-Fleisch. Unter den Discountern schnitten Lidl und Penny spürbar überdurchschnittlich ab. Die Direktvermarkter legten 63 Prozent beim Fleischverkauf zu. Den mit Abstand größten Zuwachs erzielte aber der Onlinehandel, der die Fleischverkäufe – wenn zwar auf kleinem Niveau – fast verdreifacht hat. Bislang wird aber nur ein Prozent des Bio-Fleischs online verkauft.

Bei Fleischwaren und Wurst zeigt sich ein ähnliches Bild: Die Vollsortimenter verkauften 42 Prozent mehr Bio-Wurst – vor allem Edeka und Rewe. Unter den Discountern haben Penny und Netto ihre Verkaufsmengen jeweils nahezu verdoppelt. Dagegen legten die Discounter, die wie Aldi und Lidl schon lange und in größerem Umfang Bio-Wurst gelistet haben, weniger zu. Wie auch beim Fleisch waren die Direktvermarkter mit einem Plus von 55 Prozent besonders erfolgreich.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 22/2021
Themen
Fleischkonsum
stats