Fleischkonsum: Verbraucher belügen sich selbs...
Fleischkonsum

Verbraucher belügen sich selbst

IMAGO / Eibner
Wenns um die Wurst geht, liegen viele Verbraucher daneben.
Wenns um die Wurst geht, liegen viele Verbraucher daneben.

DÜSSELDORF Wer kennt im Bekanntenkreis nicht dieses Bekenntnis: „Ich esse kaum noch Fleisch.“ Die Unternehmensberatung A.T. Kearney hat den Wahrheitsgehalt solcher Aussagen geprüft.

Verglichen wurde auf Basis der Daten einer Umfrage, was Verbraucher glauben zu konsumieren und was sie tatsächlich verspeisen. Das Ergebnis, über das der Spiegel in der aktuellen Ausgabe berichtet, zeigt eine große Diskrepanz. Im Durchschnitt aller Befragten schätzen die Verbraucher ihren Konsum an Fleisch und Wurst auf gut 640 Gramm pro Woche. Tatsächlich war es aber mehr als ein Kilo wöchentlich. „Wir müssen aufhören, uns selbst zu belügen“, lautet ein Appell der Unternehmensberatung. Ernährungs- und Umweltexperten empfohlenen einen Verzehr von maximal 600 Gramm pro Woche.

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hatte kürzlich in ihren Versorgungsbilanzen für Deutschland 2020 einen Fleischverzehr von 57,3 Kilogramm pro Kopf und Jahr ausgewiesen. Davon stammten 32,8 Kilo vom Schwein, 13,3 kg von verschiedenen Geflügelarten sowie 9,8 kg von Rind oder Kalb. Die restlichen 1,5 kg verteilten sich auf Schaf, Ziege und sonstige Tierarten. Über einen Zeitraum von zehn Jahren ist der gesamte Fleischkonsum um acht Prozent gesunken, zeigen die BLE-Zahlen weiter. Ausschlaggebend ist die deutliche Einschränkung des Schweinefleischverzehrs um 18 Prozent seit 2010. Dazu gewonnen haben seither aber Geflügel-, Rind- und Schaffleisch. Hier spielen geänderte Essgewohnheiten, aber auch die wachsende muslimische Bevölkerung eine Rolle.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf der fleischwirtschaft.de-Schwesterplattform www.agrarzeitung.de.

Quelle: agrarzeitung.de, fleischwirtschaft.de / dfv Mediengruppe
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