Foodwaste: Mehr wertschätzen, weniger wegwerf...
Foodwaste

Mehr wertschätzen, weniger wegwerfen

BMEL
Das BMEL zeichnet zum sechsten Mal kreative Lebensmittelretter aus.
Das BMEL zeichnet zum sechsten Mal kreative Lebensmittelretter aus.

BERLIN Das Bundesernährungsministerium zeichnet die  Gewinner des "Zu gut für die Tonne! – Bundespreises" aus.

Rund ein Drittel aller Lebensmittel wird von den Konsumenten weggeworfen – und auch in der Produktion, Gastronomie und im Handel ist das Thema „Foodwaste“ längst angekommen.

Und so zeichnet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) nun bereits zum sechsten Mal „kreative Lebensmittelretter mit innovativen Ideen und Pioniergeist“ für ihre herausragenden Projekte zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung mit dem Bundespreis „Zu gut für die Tonne!“ aus.

Dieses Mal stand die Auszeichnung unter dem Motto „Lebensmittel retten – Klima schützen“. Denn die Produktion von Nahrungsmitteln beansprucht Boden, Wasser, Energie oder Treibstoff – und ist mit Emissionen verbunden. Konkret sind laut BMEL beispielsweise etwa 820 Liter Wasser geflossen, bis ein Kilogramm Äpfel verzehrfertig im Supermarktregal liegt. Mehr als 5.000 Liter seien es für die Herstellung eines Kilogramms Käse.

„Wertvoller Beitrag zum Ressourcen- und damit auch zum Klimaschutz.“
Julia Klöckner

„Mehr wertschätzen, weniger wegwerfen – dafür wollen wir mit dem Bundespreis gesellschaftliches Bewusstsein schaffen“, sagte Bundesernährungsministerin Julia Klöckner bei der coronabedingt digitalen Preisverleihung. „Wie vielfältig und klug das Engagement hierfür ist, zeigen die vielen Bewerbungen und natürlich unsere Preisträger. Mit ihren Projekten leisten sie einen wertvollen Beitrag zum Ressourcen- und damit auch zum Klimaschutz.“

Gleichzeitig freue sie sich, dass die Initiative ‚Zu gut für die Tonne!‘ auch die Breite der Gesellschaft erreiche. „Das zeigt unser aktueller Ernährungsreport: Fast 90 Prozent der Verbraucher prüfen abgelaufene Lebensmittel darauf, ob sie doch noch genießbar sind – durch Riechen, Schmecken, Tasten. Das ist eine gute Entwicklung, 2016 waren es noch 67 Prozent. Klar ist: Jedes weggeworfene Lebensmittel ist eines zu viel.“
Insgesamt wurden 160 Bewerbungen für den Bundespreis eingereicht. Daraus hat die achtköpfige Jury unter Vorsitz von Bärbel Dieckmann, ehemalige Präsidentin der Welthungerhilfe, 16 Projekte als Finalisten für die Kategorien Landwirtschaft und Produktion, Handel, Gastronomie,  Gesellschaft und Bildung sowie Digitalisierung ausgewählt. Die Gewinner des Zu gut für die Tonne! – Bundespreises 2021 sind:

Kategorie Landwirtschaft und Produktion
Dörrwerk GmbH für „Rettergut – die Marke, die Lebensmittel rettet“ (Berlin). Rettergut stellt aus geretteten Lebensmitteln haltbare Produkte wie Suppen, Aufstriche, Nudeln, Schokolade oder Getränke her. Oft in Bioqualität, meist vegan, immer vegetarisch. Ein Teil des Umsatzes fließt zudem in Projekte zur Förderung der Wertschätzung von Lebensmitteln.

Kategorie Handel
Veggie Specials für „Eigenmarkenkonzept gegen Lebensmittelverschwendung“ (Köln, Nordrhein-Westfalen). Veggie Specials rettet Lebensmittel und bietet Sonderposten hochwertiger Bio- und Veganprodukte im eigenen Onlineshop zu niedrigeren Preisen an. In diesem Jahr starten sie zusätzlich einen ersten Lehr-Schulgarten mit einer örtlichen Grundschule.

Kategorie Gastronomie
1. FC Heidenheim 1846 e. V. für „Mitarbeiter-Resteessen“ (Heidenheim, Baden-Württemberg).
Der Fußball-Zweitligist 1. FC Heidenheim 1846 veranstaltet regelmäßig Resteessen für die Mitarbeitenden, bei dem übrig gebliebenen Essen vom Catering an Heimspieltagen verzehrt wird.

Kategorie Gesellschaft und Bildung
Georgia von le Fort und Louisa Wahler für „Re.lics“ (Hamburg).
Die Schwestern Georgia von le Fort und Louisa Wahler haben kühlende Gefäße aus recyceltem Porzellan entwickelt. In diesen können Obst und Gemüse durch einen natürlichen Kühleffekt optimal temperiert lagern und bleiben dadurch länger frisch.

Kategorie Digitalisierung
Danone GmbH für „Online Clearance-Sales Shop“ (Haar, Bayern).
Danone bietet über Clearance-Sales – also Ausverkäufen – im neuen Onlineshop bestimmten Großkunden Produkte aus der eigenen Produktion mit einer geringen Mindestrestfrische zu Sonderkonditionen an. Dadurch werden noch genießbare Lebensmittel vor der Tonne bewahrt.


Drei Förderpreise
Fischerei Schröder für „Saure Bratbrasse statt Beifang für die Tonne“, (Havelaue, Brandenburg). Die Fischerei Schröder bietet Brasse an, einen wenig bekannten und oft unterschätzten regionalen Fisch, der sich aber auf verschiedenste Weise schmackhaft zubereiten lässt. Die Brasse ist in der Fischerei mittlerweile der Renner bei den Kundinnen und Kunden.

Landwirtschaftliche Direktvermarktung Margit Jung für „Immer eine gute-Suppe – Verarbeitung von Althennen“ (Fronhausen, Hessen). Die Landwirtin Margit Jung verarbeitet Althennen aus kleinen Tierbeständen, beispielsweise zu Suppe. Damit unterstützt sie landwirtschaftliche Betriebe bei der Vermarktung ihrer älteren Tiere.

Initiative „GastroHilft“, (Halberstadt, Sachsen-Anhalt). Die Initiative rettet die übriggebliebenen Lebensmittel aus Supermärkten, Restau-rants oder Privathaushalten, gibt sie an bedürftige Menschen ab und bietet selbst zubereitete, warme Mahlzeiten für Wohnungslose an.

Die Förderpreisträger erhalten zur Unterstützung und Weiterentwicklung ihres Projekts je 5.000 Euro.

Jurymitglieder

• Bärbel Dieckmann, Juryvorsitzende, ehemalige Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe e. V.

• Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA Bundesverbands

• Cherno Jobatey, Journalist und Fernsehmoderator

• Friederike Klasen, Gründerin und Kooperationsmanagerin von startnext crowdfunding

• Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Er-nährungsindustrie

• Christian Rach, Fernsehkoch und Kochbuchautor

• Valentin Thurn, Dokumentarfilmer und Autor

• Yvonne Willicks, Fernsehmoderatorin und Autorin

Quelle: fleischwirtschaft.de; BMEL
stats